#1 Spielerisch schlauer. Mit Liebe klüger. Die Einführung

Frühförderung ist seit einigen Jahren ein großes Thema. Vor allem ehrgeizige Eltern aus der Mittelschicht und natürlich drüber wollen keine Zeit bei der Förderung ihrer Kinder verlieren. Der Trend der Frühförderung kommt aus den USA und entspringt aus den relativ neuen Erkenntnissen der Hirn- und Kindheitsforschung. Seit  ungefähr dreißig Jahren entwickelt sich die Wissenschaft in diesen Bereich rasant. Wichtige Erkenntnis, aber eigentlich nicht unbekannt: Das menschliche Gehirn ist in kindlichen Jahren so formbar, wie später nie wieder. Nicht umsonst heißt es also :

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer.

Oder ähnlich auf türkisch:

Ağaç yaş iken eğilir.

Beispielsweise bis zum fünften Lebensjahr werden die Sprachen, mit denen das Kind im Kontakt steht, in die selben Gehirnregionen abgelegt, wie die Muttersprache. Zudem weiß man, dass sich die meisten Verbindungen zwischen den Nervenzellen in der Kindheit  bilden und diese Verknüpfungen können die Eigenschaften sowie Fähigkeiten eines Menschen lebenslang prägen. Es gibt zahlreiche weitere neurowissenschaftliche Ergebnisse aus dem Labor, aus Studien und ähnlichen. Diese sollte man auch in Erwägung ziehen. Doch kann man nicht ausgehend von solchen Ergebnissen neun Monate alten amerikanischen Babys  auf der chinesischen Hochsprache Mandarin vorlesen und erwarten, dass sie diese annehmen, wie ihre Muttersprache. In Amerika werden solche Förderungsangebote wirklich gemacht.

Babyturnen, Babymassage, Babyschwimmen, Englischunterricht mit drei, Nachhilfe schon in der Grundschule, unbegründet Ergo, Lego- oder Reittherapie. Auch in Deutschland ist die Frühförderung im Trend. Die Therapie sollte man natürlich bei Notwenigkeit in Anspruch nehmen. Ob all diese Angebote nützlich sind und welches davon wirklich notwendig ist, sollte man sich als Eltern gut überlegen.

Denn..

Diese aufgezählten Angebote sind alles gestellte Situationen. Wie wäre es, wenn man im häuslichen Bad aus dem Waschen ein Wassererlebnis macht. Bisschen Musik, bisschen hin und her führen des Kindes im Wasser. Nach dem Bad schön eincremen und dann zusammen kuscheln?! Ich bin nicht gegen diese Kurse. Aber plädiere dafür „diese Förderung“ des Kindes in den natürlichen Alltag zu integrieren. Dem Kindergarten- und Grundschulkind jeden Abend vorzulesen, sich darüber oder über andere Themen in Ruhe zu unterhalten ist die beste Förderung für das Kind. Das kann so einige Nachhilfestunden ersetzen.

Erziehung, Förderung und Bildung müssen, um wirklich erfolgreich zu sein, vor allem eins sein: Authentisch! Im Leben, im Alltag des Kindes integriert.

Auch in der Schule ist die Unterrichtssituation gestellt. Deswegen wird das Gelernte meist im Kurzzeitgedächtnis abgespeichert. Für das ganze Leben hingegen lernt man, wenn man mit Begeisterung etwas selber tut. Durch ausprobieren, durch aktives handeln und wirkliches Interesse lernt man meist für das ganze Leben. Lehrer werden von der Schulbehörde deswegen immer mehr aufgefordert Unterrichtsstoff zu bieten, welches aus der Lebenswelt der Kinder ist. Unterricht so zu gestalten, dass Kinder auch selbst handeln und probieren können.

Auch als Eltern kann ich es auch ans Herz legen, statt Baby Einstein Unterricht, Kinder-Wellness und Frühenglisch, statt übertriebene Frühförderung, wie in Amerika… Einfach spielerisch und liebevoll mit dem Kleinkind umgehen. Denn eigentlich wissen Eltern intuitiv, wie man in welchem Alter mit dem Kind umgehen sollte. Wenn wir mit Babys zum Beispiel in einem hohen Ton und übertriebene Mimik reden, ist dies genau richtig. Und das machen wir doch eigentlich automatisch. Ich mach mir auch öfter Gedanken, wie ich meine Tochter fördern kann. Beziehungsweise überlege ich mir, was sie fördert. Es sind viele Kleinigkeiten. Ich versuche mir stetig Hintergrundwissen anzueignen, um diese Kleinigkeiten im Alltag aufzubauen oder neue Angebote für meine Tochter spielerisch im Alltag einzubauen.

Mit der neuen Reihe „#Spielerisch schlauer. Mit liebe klüger“ möchte ich in mehreren kurzen Beiträgen solche Kleinigkeiten teilen! Glückskindsblog hofft, dass es euch hilft und dass es euch gefällt!

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