Alltag mit Kind und ganz ohne Anschreien. Schwer aber möglich!?

Ich bin per Zufall auf einen englischsprachigen Blog gestoßen, in der eine Mutter offen eingesteht, dass sie ihre Kinder anschreit. Die Spieltherapeutin und Bloggerin Amanda geht offen mit dem Problem um, welches viele Mütter haben: das ständige oder auch gelegentliche Anschreien des eigenen Kindes/der eigenen Kinder.

Aufgrund dessen hat sie eine Aktion gestartet, in der sie sich selber und andere dazu ermutigt ihre Kinder nicht mehr anzuschreien.

Es befinden sich verschiedene Artikel in ihrem Blog zu dem Thema. Ich muss eingestehen, dass mich diese Aktion sehr angesprochen hat, da ich selbst meine Tochter anschreie und davon ablassen möchte. Außerdem hat es mich beeindruckt, wie offen diese Mutter mit dem Thema umgeht. Und das finde ich mutig!

Als Frau mit einem pädagogischen Beruf lebt man mit der Illusion, dass man es aufgrund der beruflichen Kompetenzen einfacher mit dem eigenen Kind haben wird. Bis das eigene Kind auf der Welt ist und man schnell vor der Realität steht. Und sich absolut hilflos fühlt. Denn egal welche Ausbildung du genossen hast, du bist als Mutter in erster Linie nun mal Mutter, mit all ihren Emotionen, Schwächen und Herausforderungen. Da hilft dein Titel nur wenig weiter.

Dazu kommt die Erwartungshaltung Anderer, der Umgebung. Diese stellen gerne den Anspruch, dass jemand aus dem pädagogischen Bereich bitte doch zu wissen hätte, wie man Kinder erzieht. Leider gibt es keine Bedienungseinleitung für die Erziehung. Umso problematischer ist der öffentliche Umgang mit „Schwächen“.

Dies hat mich dazu inspiriert dieses unbequeme Thema in meinem Blog aufzunehmen und eine deutschsprachige Plattform dafür zu eröffnen.

Ich behaupte, dass so einige Mütter ihre Kinder anschreien, von dieser schlechten Angewohnheit und Umgangsweise aber eigentlich nichts halten. Die Erfahrung zeigt uns nämlich, dass das Schreien, wenn überhaupt, dann nur eine kurzfristige Lösung darstellt.

Meist verschlechtert es sogar die Situation und schadet uns Müttern sowie unserem Kind.

Es hilft zu wissen, dass man nicht alleine auf der Welt ist als schreiende und leider überforderte Mutter. Das bedeutet für mich nicht, die Situation hinzunehmen. Vielmehr möchte ich andere Methode und Techniken im Umgang mit meinem Kind finden.

Warum schreien wir?

Um das Schreien zu unterbinden, frage ich mich als Erstes, in welchen Situationen es üblicherweise vorkommt. Überwiegend passiert es unkontrolliert und in Stresssituationen. Meist liegt es am Zeitdruck. Es muss schnell gehen und nichts läuft wie es laufen sollte.

Das „unpassende“ Verhalten des Kindes, was uns aus der Fassung bringt. Das Kind tobt und schreit, schmeißt was runter, bleibt auf der Straße stehen, schmeißt sich hin, macht die Hausaufgaben nicht, und macht noch alles andere falsch oder zum falschen Zeitpunkt – woran du gerade denkst. Lass deiner Phantasie freien Lauf. Man fühlt sich als Mutter machtlos. Man möchte die Situation ändern und schreit los.

Das Kind hört nur noch auf das Schreien. Wir erleben das Anschreien des Kindes als einziges Mittel, unsere Regeln, unseren Willen durchzusetzen. „Meine Kinder hören nur auf mich, wenn ich laut werde.“ Dieser Gedanke.

Der Unterschied zwischen Schreien und dem bewussten Einsetzen der Stimme

Eine lautere Stimme kann man als Mittel nutzen, so zum Beispiel auch im Unterricht, um die Aufmerksamkeit der Kinder wieder auf sich zu lenken oder zu zeigen, dass nun Schluss ist. Dieses Mittel sollte aber nur selten und in wichtigen Situationen eingesetzt werden, damit es nicht seinen Effekt verliert. Zudem muss die Stimme kontrolliert eingesetzt werden und nicht spontan und unkontrolliert.

Methoden

  1. Einstellung: „ Es muss klick machen“

Es ist sinnvoll sich zu vergewissern, dass man das Verhalten des Kindes nicht sofort ändern kann. Worauf man aber einen großen Einfluss hat, ist das eigene Verhalten. Wenn man mit einer Situation unzufrieden ist, dann kann man zunächst die eigene Reaktion auf das Kind verändern.

Und ich denke, dass wird sich auch langfristig auf das Verhalten des Kindes übertragen. Abgesehen davon hilft es mir persönlich, mein Kind mit seinem Charakter, mit seinen ganz eigenen Persönlichkeitszügen, zu akzeptieren.

  1. Praktische „Physical reminders“:

Eine sehr charmante Technik, um die Kinder im Alltag nicht anzuschreien, sind Erinnerungsobjekte.

Gelbe Herzen, schöne Fotos oder etwas anderes Kreatives, Erinnerungsobjekte, die das Herz erfüllen und uns, wie der Name schon sagt, daran erinnern, dass wir unser Kind nicht anschreien wollen.

3. Nach alternativen Verhaltensweisen suchen

Die Frage „In welchen Situationen schreie ich?“ habe ich mir bereits gestellt. Der nächste wichtige Schritt wäre sich zu fragen: „Welche alternative Reaktion ist angebracht und was hilft wirklich?“

  • Ich habe eingesehen, dass mein Kind bestimmte Verhaltensweisen und Persönlichkeitszüge hat. Mit diesen möchte ich richtig umgehen. Zunächst muss ich meine Reaktionen dem Kind anpassen. Dazu soll das Schreien nicht gehören.
  • Ich habe mir Erinnerungsobjekte als Hilfe erstellt.
  • Ich habe mir alternative Verhaltensweisen passend zur Persönlichkeit und zum Alter des Kindes überlegt.
  • Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, wie ich Stress abbaue und entspannter werde.

Welche genauen Methoden ich nutze und welche Rolle dabei meine Religion spielt, folgt im meinem nächsten Post.

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