Wege für einen harmonischen Alltag – Gedanken und Anregungen. Alltag ohne Schreien Teil II.

 

Zeitdruck, Stress, Überforderung, Mittel zum Durchsetzen. Egal aus welchem Grund auch immer, keine Mutter schreit gerne ihre Kinder an. Dennoch tun es viele und die allermeisten fühlen sich danach schlecht!

In meinem letzten Beitrag habe ich dies bereits thematisiert. In diesem Beitrag möchte ich einen Schritt weiter gehen und fragen: Wie kann man den Alltag mit Kindern meistern ohne sie anzuschreien und welche Rolle kann dabei die muslimische Identität spielen?

In meinem letzten Beitrag habe ich dies bereits thematisiert. In diesem Beitrag möchte ich einen Schritt weiter gehen und fragen: Wie kann man den Alltag mit Kindern meistern ohne sie anzuschreien und welche Rolle kann dabei die muslimische Identität spielen?

In meinem letzten Beitrag habe ich dies bereits thematisiert. In diesem Beitrag möchte ich einen Schritt weiter gehen und fragen: Wie kann man den Alltag mit Kindern meistern ohne sie anzuschreien und welche Rolle kann dabei die muslimische Identität spielen?

Regeln und Routinen erleichtern den Alltag und verringern „Schrei-Momente“. Bei Kleinkindern kann schon mit 18 Monaten mit Regeln und Grenzen angefangen werden. In dieser Altersstufe ist es wichtig wenige und einfache Regeln aufzustellen. Diese aber bitteschön konsequent durchzusetzen! Der Einsatz wird sich lohnen. Denn wenn das Kind merkt bzw. spürt, dass eine Regel oder ein Verbot wirklich ernst gemeint ist, dann wird es sich früher oder später daran halten.

Einige Beispiele hierfür wären: beim Essen immer am Esstisch sitzen, einige Schränke nicht öffnen dürfen, nicht mit elektronischen Geräten/Steckern spielen. Ein ausdruckstarkes „Nein“ und die richtige Mimik dazu wird bereits einem 9-12 Monate alten Baby/Kleinkind zu verstehen geben, dass dort ein Verbot

Ab dem Schulalter ist es zu empfehlen, Regeln und den Tagesablauf in Absprache mit den Kindern festzulegen. So jedenfalls steht es in erzieherischen Ratgebern. Ich kann dazu nichts sagen, da ich noch keine Erfahrungen mit älteren Kindern habeJ Deswegen bin ich auch vorsichtig mit meinen Formulierungen.

Ich weiß aber, dass auch im Klassenzimmer Regeln zusammen mit den Kindern aufgestellt werden, damit sie von den Kindern angenommen werden. Wieder von Unterrichtserfahrungen weiss ich, dass das Loben von erwünschten Verhalten viel Effektiver ist als Ermahnungen. Das heißt, wenn dass Schulkind sein Zimmer aufräumt wird das Lob der Mutter es motivieren sein Verhalten in Zukunft zu wiederholen.

Bei jüngeren Kindern mehr Geduld. Bei älteren mehr Absprache und Lob! Das ist also die Devise. Bei sehr wichtigen Regelbrüchen sollten Konsequenzen folgen. Mit Strafen und Konsequenzen sollte man aber unbedingt sparsam umgehen, da sie sonst ihre Wirkung verlieren.

Erholung für die Mutter

Das ist längst kein Geheimnis – starke Eltern haben starke Kinder. Glückliche Mütter haben glückliche Kinder. Tolle Eltern haben tolle Kinder.J

Auch wenn etwas Wahres an diesen plakativen Sprüchen dran sein mag, sie sind zu simpel und zu oberflächlich.

Die Wahrheit ist nicht immer so einfach und eindeutig. Eltern, Mütter sind vor allem Menschen und somit alles andere als perfekt, nicht immer stark, nicht immer glücklich und nicht immer toll. Mütter sind Menschen und Fehler sind nun mal menschlich. Das sollten wir immer im Auge behalten. Doch wenn das Schreien des Kindes zur Regelmäßigkeit wird, ist es womöglich Zeit für die Mutter sich zu fragen, ob sie nicht vielleicht dadurch ihre Selbstachtung und ihre erzieherische Wirkung verlieren könnte.

Ich persönlich habe mir diese Frage gestellt. Und erfolgreich mein Verhalten geändert. Zunächst habe ich realisiert. dass ich Gründe für mein Schreien habe. Aber gleichzeitig konnte ich realisieren, dass diese Gründe keine Rechtfertigungen für mein Verhalten sind.

Deswegen habe zunächst versucht Überlastungssituationen/Gründe zu verringern:

  • Ich akzeptiere das Wesen meines Kindes.
  • Ich plane mehr Zeit bei allen Tätigkeiten ein.
  • Ich zeige unerwünschtem Verhalten weniger Aufmerksamkeit (zum Beispiel grundlosem Weinen).
  • Ich mache weniger kinderunfreundliche Aktivitäten wie Shoppen.

Mehr positive Laune/Verstärkung im Alltag einbauen:

  • Ich plane mehr Bewegung an der frischen Luft ein.
  • Ich zeige mehr Zuneigung und Liebe.
  • Ich lobe positives Verhalten.
  • Ich suche qualitative Beschäftigungen mit meinem Kind.

Diese Maßnahmen und das Reduzieren meines hysterischen Geschreis führten dazu, dass meine Tochter ausgeglichener wurde. Dies wiederrum machte mich glücklicher, so dass wir insgesamt ein harmonischeres Miteinander entwickeln konnten. 

Geduld und Spiritualität

Der wichtigste Faktor für diese wichtige Veränderung war der innerliche! Ich wollte nicht mehr diese genervte, kreischende Mutter sein. Ich bin dann, wie bereits erwähnt, im Internet auf eine Blogseite gestoßen und konnte mich mit der Mutter identifizieren. Dadurch konnte ich sehen, dass es andere Mütter mit ähnlichen Problemen gibt und das hat mir geholfen meine Situation besser zu reflektieren.

So konnte ich schnell feststellen, dass ich doch ein gutes Vorbild für mein Kind sein möchte. Dass dies aber nicht SO gelingen wird. Genauso schwer wäre es unter diesen Umständen meine Erziehungsziele zu erreichen.

Um die innere Anspannung und den Stress abzubauen, kommt für mich als gläubiger Mensch die Stärkung der Spiritualität als Erstes in Frage.

Die Verstärkung des Gebets, das Gedenken an Allah (Dhikir) und die Reflexion über die Menschheit und den Schöpfung (Tafakkur) haben mir wirklich weiter geholfen.

Während dieses Prozesses konnte ich auch realisieren, wie sehr ich MICH, meine Persönlichkeit, vernachlässigt habe. Zur sehr habe ich mich zum Beispiel mit dem Haushalt, dem Einkauf und ähnlichem beschäftigt, dafür aber weniger mit Büchern, Freunden und Spiritualität.

Die komplette Aufopferung der Frau in ihrer Mutter- und Hausfrauenrolle, ohne dabei auf persönliche Bildung, Weiterentwicklung sowie Interessen Rücksicht zu nehmen, wird früher oder später zu einem Nachteil für ihre Kinder werden! Mindestens kleine Auszeiten und Rückzugsmöglichkeiten für religiöse/spirituelle Tätigkeiten sind notwendig. Persönliche Ziele und Hobbies unabhängig von Mutter Dasein dient als guter Ausgleich.

Natürlich ist auch das Gegenteil – die alleinige Selbstfixiertheit der Mutter -, zumindest aus islamischer Perspektive, nicht wünschenswert, sondern wieder aber einmal „der mittlere Weg“ zwischen der Erfüllung als Frau/Individuum und der Rolle als Mutter.

Was hilft euch als Ausgleich zum Alltag? Was macht ihr für ein harmonischen Alltag?

Ein Kommentar zu „Wege für einen harmonischen Alltag – Gedanken und Anregungen. Alltag ohne Schreien Teil II.

  1. Das sind wirklich wertvolle Anregungen, danke! Ich habe selbst noch keine Kinder, aber ich stelle mir vor, dass es zu Situationen wie Schreien eigentlich nur kommt, wenn man selbst überfordert und daher irgendwie mit den Nerven fertig ist. Das bedeutet letztendlich, dass es hier um die Arbeit an sich selbst geht… Ich finde es toll, dass du es geschafft hast, dies in deinem Alltag zu ändern, mein Respekt! Viele Eltern schaffen das nicht, weil sie gar nicht selbstreflektiert sind…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s