Gründe warum wir den Ramadan lieben und uns auf das nächste Jahr freuen.

Der heilige Fastenmonat Ramadan verabschiedet sich von uns. Er war dieses Jahr durch die langen und zum Teil heißen Tage eine besondere Herausforderung. Trotzdem konnte ich beobachten, dass der Glaube sehr vielen Menschen die innere Kraft gegeben hat, diese Herausforderung zu meistern. Auch als Mutter war es schwer, die Schlafenszeiten und den Tagesablauf des Kleinkindes aufrecht zu erhalten.

Jeder hatte, da bin ich mir sicher, individuelle Bürden zu meistern.Trotz dessen lieben wir diesen Monat und freuen uns darauf.

Warum? Es gibt so viele Gründe dafür. Eine Gründe von Glueckskindsblog findet ihr in diesem Beitrag und einige davon werdet ihr sicherlich nachvollziehen können.

1. Weil wir lernen zu verzichten.

Kaum scheint die Sonne, man spaziert im Park … es muss ein Eis her. Gleich morgens früh oder beim Tratschen mit Freunden darf der Kaffee nicht fehlen.

Morgens, mittags, abends sowie zwischendurch – immer fällt uns ein Bedürfnis ein. Entweder handelt sich um Durst, Hunger oder sogar nur um Langeweile, die man damit stillt, in dem man sich etwas in den Mund schiebt.

Nur wenige von uns haben einen leeren Kühlschrank. Der Normalfall ist doch eher, dass der Kühlschrank vielfältig gefüllt ist. Und wenn es nicht der Kühlschrank ist, der aktiv in Gebrauch ist, dann sind es doch die diversen Cafés, Restaurants und To-Go-Becher/Teller, die wir gerne kaufen und konsumieren.

Kennen wir eigentlich noch das Gefühl auf etwas verzichten zu müssen?

Im Ramadan realisiere ich, wie schön es sich anfühlt freiwillig auf etwas zu verzichten.Er gibt mir das überragende Gefühl von Stärke. Auch wenn ich mich eigentlich schwach vor Durst fühle, auch wenn ich ein starkes Verlangen nach meinem Lieblingseis habe und im ersten Moment denke, dass etwas fehlt, weiß ich im nächsten Moment, dass diese Sache, die vermeintlich fehlt, gar nicht notwendig ist.Im Ramadan spüre ich, wie schön es ist, sich auf einen Ausblick zu konzentrieren, sich in ein Gespräch zu vertiefen ohne vom Essen und Trinken abgelenkt zu werden. Und es beweist mir, dass ich öfter und auch außerhalb des Monats Ramadan die Stärke besitze Verzicht auszuüben.

2. Weil wir lernen zu danken

Verbunden mit dem „Gefühl des Verzichtes“, das ich außerhalb des Ramadan wenig verspüre, verstärkt sich das Gefühl der „Dankbarkeit“.Ist es nicht so, mal ganz einfach ausgedrückt, dass wir eine Sache erst schätzen sowie vermissen, wenn wir sie nicht (mehr) haben? Im Ramadan spüren wir, wie viel wir zur Verfügung haben und wie wenig wir eigentlich bräuchten. Wir spüren, wie fit unser Körper eigentlich ist. Indem wir uns zum Teil körperlich schwach fühlen, schätzen wir unsere Gesundheit umso mehr. Indem wir merken, dass wir nach stundenlangem Verzicht bereits mit einer Dattel, etwas Wasser und Suppe unseren Hunger und Durst stillen können, schätzen wir wie viel wir sonst essen. Und wir merken dann, wie viel wir im Übermaß besitzen. Auch wenn es sich in diesem Falle „nur“ um Lebensmittel handelt, kann dieses Gefühl von Dankbarkeit sich entwickeln … damit wir dankbarer werden und vor allem genügsamer in allen Bereichen des Lebens handeln.

3.Teilen und Spenden

Je mehr wir Verzicht, Dankbarkeit und Genügsamkeit trainieren und erleben, desto leichter müsste es folgerichtig fallen zu spenden und zu teilen. Das gemeinsame Fastenbrechen, die abendliche Mahlzeit mit Familie und Freunden, ist eine Form des Teilens. Das Gedenken in dem Moment des Fastenbrechens an diejenigen, die weniger oder gar nichts zur Verfügung haben, um ihr Fasten zu brechen, das Gedenken an hungrige Menschen, unabhängig vom Fasten, die ihren Hunger nicht stillen können – diese Gedanken motivieren uns mehr zu spenden.

4.Weil wir lernen unsere Worten und Taten zu achten

Im Ramadan dreht es sich im Kern um Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung. Und zwar nicht nur in Bezug auf den Verzicht von Essen und Trinken, sondern auch in Bezug auf unser Sozialverhalten.

Zu den wichtigen Verboten während des Fastens gehören das Verbot von Streit mit seinen Mitmenschen, das Verbot sie mit der Zunge zu kränken sowie das Verbot der „üblen Nachrede“.

Diese Verhaltensweisen sind jederzeit unerwünscht und verboten. Während des Ramadans jedoch könnten sie zu der Konsequenz führen, dass unser Fasten nicht angenommen wird. Umso mehr versuchen wir auf unsere Worte und Taten zu achten.

4.Weil wir das Gemeinschaftsgefühl intensiver erleben

Die gemeinsame Mahlzeit am Abend, das nächtliche Tarawih-Gebet in der Moschee, die Verbundenheit mit den weltweit Fastenden – all das gibt uns jedes Jahr ein intensiveres Gemeinschaftsgefühl.

5. Laylat-ul-Qadr – die Nacht der Bestimmung

 In den letzten zehn Nächten gibt es eine besondere Nacht, die im Quran explizit genannt wird. Sie ist wertvoller als tausend Nächte. Sie stellt eine Gelegenheit für uns dar in uns zu kehren, zu beten, zu reflektieren, auch zu hoffen und uns unserem Schöpfer zu nähern. Details zur Lailat-ul Qadr und zu den religiösen Aspekte können in verschiedenen Quellen gefunden werden. Hier soll nur erwähnt werden, dass diese Nacht ein großes Geschenk und ein wirklicher Grund zur Freude ist.

6. Das Eid Fest – Bayram

Nach den schönen Anstrengungen des Trainierens, des Verzichts, der körperlichen Herausforderung und der „hoffentlich“ seelischen wie körperlich Reinigung rundet das anschließende Eid Fest den schönen Monat Ramadan ab. Es gibt so viele schöne Aspekte des Festes, die hier nicht alle erwähnt werden können. Und bestimmt favorisiert jeder einzelne einen persönlichen Grund zur Freude.

Weltweit gibt es zum Teil verschiedene Traditionen zum Fest. Doch ist der Grundzug überall gleich.

Zunächst beginnt der Tag wieder in der Gemeinschaft, nämlich mit einem morgendlichen gemeinsamen Gebet. Persönliche Beglückwünschungen und Segenssprüche sorgen für eine ausgelassene und freudige Stimmung.An diesem Tag denkt man idealerweise vor allem an die ganz Alten und besucht und beschenkt sie.Auch die ganz Kleinen stehen im Mittelpunkt. Sie werden mit Süßigkeiten, Küssen und Geschenken erfreut. Zerstrittene sollen sich versöhnen, das Wiedersehen mit vergessenen Freunden und Verwandten macht besonders an diesem Tag Freude.Weiterhin sollte man idealerweise an Menschen denken, die weniger haben als man selbst und auch diesen eine Freude machen.Die beste Kleidung und leckersten Speisen schmücken den Feier- und Familientag in der muslimischen Welt.

In diesem Sinne wünscht Glueckskindblog allen muslimischen Lesern, dass sie wenigstens eine Tugend aus dem Monat Ramadan mitgenommen haben und dass sie das anschließende Fest voller Freude feiern.

Allen nicht muslimischen Lesern kann ich nur ans Herz legen: Klingelt gerne bei Eurem muslimischen Nachbarn und ergattert ein paar Süßigkeiten und teilt ihre Freude.

Was liebt Ihr an dem Fastenmonat? Warum freut ihr Euch auf das nächste Jahr? Schreibt es bitte in die Kommentare. Und lasst es uns wissen!

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