Geburtsbericht- Eine Geburt ohne PDA

Die letzten Wochen und Tage der Schwangerschaft waren für mich sehr anstrengend. Und jeder weiterer Tag formte sich zu einer Qual. Ich litt an frühzeitigen Wehen, auch wilde Wehen genannt, die unregelmäßig aber sehr oft und schmerzhaft vorkamen.

Ich hoffte und erwartete, dass mein Sohn früher kommt. Doch der Entbindungstermin rückte näher und es tat sich nichts. Außer die ständigen wilden Wehen, die mir schlaflose Nächte bereiteten, tat sich leider nichts.

Je näher der Termin rückte, desto mehr zerbrach ich mir den Kopf darüber, wie ich die zahlreichen Arzttermine (bei eine ET- Überschreitung) bewältigen soll. Des Weiteren wünschte ich mir natürlich keine Einleitung. Und zerbrach mir auch deswegen den Kopf.

Aber eigentlich wusste/fühlte/merkte ich, dass es bald los gehen würde. Ich nahm meine Kraft zusammen und verlängerte meine täglichen Spaziergänge. Ein Tag vor den Geburtswehen ging ich ca. vier km lang spazieren. Am nächsten Tag, morgens, entdeckte ich das sogenannte „Zeichen“ und wartete ab, ob sich wirklich etwas ergibt. Es kamen dann starke Wehen dazu, die aber nicht regelmäßig waren. Mittags waren die Wehen plötzlich weg. So dachte ich, dass es wieder ein Mal ein Fehlalarm war.

Dennoch brachten wir unsere Tochter bei der Familie unter und ruhten uns aus. Ich trank den ganzen Tag über Himmbeerblättertee mit Zimt und Zitrone, da ich ärgerlicherweise eine Nacht davor Halsschmerzen bekam. Zudem wusste ich, dass Zimt und Himmbeerblättertee die Wehen fördern und die Eröffnungsphase während der Geburt erleichtern können.

Nachmittags entschieden wir uns für einen längeren Spaziergang und bereits auf dem Weg zum nahegelegenem See fingen wieder die Wehen an. Den ganzen Spaziergang über, der ungefähr 90 min betrug, hatte ich Wehen. Diese Wehen waren leicht bis mittelstark und kamen jede 15-10 min. Zum Ende kamen sie dann jede sieben min. Mein Mann achtete auf die Uhr und „diente“ als Stütze beim veratmen der Wehen. Obwohl die Wehen wirklich regelmäßig waren, war ich sehr verunsichert und konnte es nicht glauben, dass es wirklich losgeht. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, lache ich natürlich. Es war eigentlich offensichtlich.Weil ich so verunsichert war, entschied ich mich zunächst nach Hause zu fahren und nicht ins Krankenhaus. Ich wollte warten bis die Wehen jede fünf min kommen.

Als wir zu Hause waren kontrollierte ich noch mal meinen Klinikkoffer, organisierte die Unterbringung meiner Tochter (die wieder nach Hause gebracht wurde), verabschiedete mich von ihr (nochmals) und war mir sicher, dass wir uns nun auf den Weg machen konnten.

Im Krankenhaus wurde uns nach dem CTG empfohlen noch mal zwei Stunden spazieren zu gehen. Den ganzen Spaziergang über konnte ich die Wehen gut veratmen. Aber die letzen zehn Minuten des Spaziergangs waren sehr schmerzhaft. So, dass ich mich zum Schluss, mit viel Mühe, wieder zurück ins Kreissaal bewegen konnte.

Um es zusammen zu fassen:

Acht Stunden lang Wehen, von denen die letzten zwei Stunden sehr stark waren. Ich war sehr lange an der frischen Luft und habe mich sehr viel bewegt während der Geburt. Da ich auf ein Mal sehr starke Wehen und Druck hatte, habe ich eine Spritze zur Schmerzlinderung bekommen, was mir in diesem Stadium jedoch nicht viel half. Außer der Spritze verlief alles natürlich und ohne Komplikationen.Alhamdulilah. Ich habe nicht ein mal eine Kanüle bekommen. Diese schnelle und natürliche Endphase der Geburt erlebte ich als sehr intensiv aber auf einer Art und Weise auch sehr schön.

Zum Krankenhaus muss ich sagen, dass die Hebammen und die Ärztin sehr kompetent und freundlich waren. Die Hebammen, die an dem Abend arbeiteten, kannte ich aus meinen Akupunktursitzungen. Und die Ärztin war eine Bekannte.Die Kreissäle jedoch waren alle voll und als dann auch zwei Notfälle dazu kamen, war das Personal total überfordert.

Wir waren einen gewissen Zeitraum ohne Hilfe und Aufsicht (ohne CTG) im Kreissaal.Trotz dessen verlief alles gut und es war eine „schöne“ Geburt. In diesem Sinne, rate ich jeder Schwangeren zur Geburtserleichternden Mittel wie Akupunktur, Bewegung, Himmbeerblättertee und Zimt. Sucht euch eine gute Begleitperson aus und versucht ein Krankenhaus zu wählen, welches nicht überfüllt ist. Dies könnt ihr an den jährlichen Geburtszahlen ermitteln. Zudem könnt ihr eure Hebamme, eure Ärztin um Rat fragen und im Bekanntenkreis mal horchen welche Erfahrungen im welchem Krankenhaus gemacht wurden.

Was habt ihr zu Berichten? Könnt Ihr Euch zum Beispiel eine Geburt ohne PDA vorstellen? Ich bin selbst fasziniert darüber, dass ich es wirklich geschafft habe:-)

Ein Kommentar zu „Geburtsbericht- Eine Geburt ohne PDA

  1. Danke für deinen Bericht, ich liebe es, von den Geburtserfahrungen anderer zu lesen und somit auch zu lernen. Ich habe selbst noch keine Kinder bekommen, aber habe fest im Plan, dass dies ohne PDA oder sonstige Hilfsmittel geschehen soll. (-; Am liebsten eine Hausgeburt. Ich kann mir vorstellen, dass die Bewegung, von der du berichtest, sehr hilfreich ist. obwohl ich schon mutig fand, dass du so lang unterwegs warst, obwohl schon so intensive Wehen.
    Eine Frage zur Akupunktur: hast du speziell jemanden für Geburtsvorbereitung gehabt? Kannst du einen Tipp geben, wie man am besten die passende Begleitung findet? Ab wann hast du es machen lassen? Zahlt da die KK etwas?

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