Entthronung- Erstgeborene auf das Baby vorbereiten

 

 

Schwangerschaft

Bereits in der Schwangerschaft kann das baldige Familienmitglied thematisiert werden. Im welchem Stadium der Schwangerschaft dies geschehen sollte und wie genau man darüber sprechen sollte, kann jede Mutter nach ihrem Gefühl und nach dem Entwicklungsstand des Kindes entscheiden.

Ich habe relativ früh damit begonnen mit meiner Tochter über das neue Baby im Bauch zu sprechen.Zur Veranschaulichung haben uns Bücher wie, „Conni und das neue Baby“  sehr geholfen. Bücher sind auch deswegen hilfreich, weil sie dem Kind ermöglichen, sich mit der Hauptfigur zu identifizieren. Folglich bildet das Kind Empathie und kann sich auf die kommenden Gefühle und das erwartete Geschehen vorbereiten.

Als ein anderes Mittel zur Vorbereitung und Veranschaulichung dienen „reale Beispiele“. Hochschwangere Frauen im Freundes- und Familienkreis, die man vor und nach der Entbindung besucht, zeigen dem Kind, dass aus der runden Kugel tatsächlich ein Baby aus Fleisch und Blut „rauskommt“.Unser Glückskind hatte das Glück eine Cousine zu haben bei der sie den Bauch anfassen durfte. Später konnte sie dann ihren Großcousin persönlich anfassen und hat somit gesehen, dass aus dem Bäuchlein -wirklich- ein richtiges Baby gekommen ist.

Ich konnte viel mit meiner Tochter über die Zukunft reden. Dafür nutzte ich verschiedene Gelegenheiten,die im Bezug zu dem Baby standen z.B. Bettaufbau. Im Gespräch erzählte ich ihr, warum wir die Tätigkeiten machen und wie das Leben mit dem Baby ungefähr sein wird. Zum Beispiel, dass das Baby am Anfang viel Schlafen und Milch trinken muss. Ich erzählte ihr zudem, dass sie auch mal in meinen Bauch wuchs und ein klitzekleines Baby war. Wir guckten gemeinsam Bilder und Videos aus ihrer Babyzeit an. Das gefiel ihr sehr. Es machte sie glücklich.


Ich fühlte mich gut vorbereitet.

  • Bücher zum Thema
  • Reelle Beispiele
  • Einbinden in die Schwangerschaft durch Gespräche sowie Tätigkeiten
  • Stark und geduldig bleiben in herausfordernden Zeiten

In den letzten Tagen der Schwangerschaft jedoch war ich so erschöpft, dass ich alltägliche Rituale, wie zum Beispiel das Vorlesen vor dem Schlafen gehen, fallen liess. Ferner war ich insgesamt ungeduldiger mit meiner Tochter. Dies bemerkte ich nicht sofort. Erst als ihr Verhalten sich sehr änderte, sie mehr weinte und trotzte, realisierte ich, dass ich sie ein wenig vernachlässigt hatte.

Gemeinsam Rituale im Alltag geben in den letzten Wochen der Schwangerschaft und nach der Geburt besonders viel Halt. Meistens –behaupte ich einfach mal- ist es aber so, dass ausgerechnet in dieser Phase der Alltag durcheinander kommt und sich neu einpendeln muss. Umso wichtiger ist es, dass Partner, Familie und Freunde helfen, um die Situation besser in Griff zu bekommen.

Nach der Geburt auf Details achten und die mütterlichen Antennen offen halten

Nach der Geburt kann es durch die Erschöpfung der Mutter und des hohen Pflegebedarfes des Babys, schnell dazu kommen, dass das Erstgeborene vernachlässigt wird. Und auch wenn es nicht vernachlässigt wird, wird das Erstgeborne wahrscheinlich, um eine extra Portion an Aufmerksamkeit bitten.

Die gängigen pädagogischen Ratschläge,die nach der Geburt des Geschwisterchens empfohlen werden, kann man in vielen Quellen  lesen und sind folgende:

  • Kind mit offenen Armen im Krankenhaus empfangen
  • Geschenk vom Geschwisterchen überreichen
  • Bei Babygeschenken an das Erstgeborene mitdenken
  • Freunde und Familie darauf hindeuten, dass das Erstgeborene weiterhin Aufmerksamkeit bekommt z.B.: bei der Begrüßung

Obwohl ich  all diesen Empfehlungen nachgegangen bin, waren die ersten Wochen nach der Geburt, eine herausfordernde Zeit. Sie entwickelte nämlich ein Trotzverhalten, was für mich nicht direkt auf das neue Baby zurück zu führen war. Zunächst war ich sehr wütend auf meine Tochter. Ich war sehr verzweifelt. Irgendwann habe ich bemerkt, dass dies ein Schrei nach Aufmerksamkeit war.Dass sie ihre Gefühle in Bezug auf das Baby nicht kontrollieren konnte. Es überkam sie manchmal ein undefinierbares Gefühl und sie trotze, weinte.

In dem Punkt möchte ich unterstreichen, dass das Wissen von Ratgebern und anderen Müttern bestimmt eine Stütze sein kann. Das Wichtigste ist aber meiner Meinung nach, der mütterliche Instinkt in uns, auf den wir wirklich sehr genau horchen sollten – indem wir alles Andere, den Stress und die Aufgaben um uns herum abschalten. Der anfängliche, viele Besuch, die alltäglichen Aufgaben sollten uns nicht davon abhalten unsere Antennen für unser Kind offen zu halten. Wie sollten auf unser Kind eingehen, Geduld und Verständnis zeigen.


Sie wollte einfach wissen „Anne, bist du noch für mich da? Kümmerst du dich noch um mich, wenn ich dich brauche?“


 

Deswegen sollte ich sie wieder anziehen und ihr beim essen helfen, obwohl sie das längst alleine kann. Und seit dem ich mehr für sie da bin, hat sich ihr Verhalten normalisiert.

Die wichtige Nuance zwischen Verständnis und Konsequenz

Ich persönlich halte vor Augen, dass das Weinen kein kindliches Mittel wird, um alles durchzusetzen. Wichtig ist mir auch, dass nicht der Schlaf und die Mahlzeiten des Babys gestört werden.

Schritt für Schritt versuch ich Normalität in unsere gewachsene Familie zu bringen. Mittlerweile entwickelt sich das Zusammenleben positiv. Es wird sicherlich noch viele Höhen und Tiefen geben. Das gehört zum Leben. Jeder in der Familie verdient Verständnis. Jeder in der Familie muss aber auch mal Verzicht und Rücksichtnahme , für ein harmonisches Familienleben, in Kauf nehmen. Von Groß bis Klein.

Liebevolle Beziehung innerhalb der Familie unterstreichen und fördern

Das Verlangen nach Aufmerksamkeit und Bestätigung seitens der geliebten Menschen, sucht jeder Mensch. Der Eine mehr, der Andere weniger. Rivalität und Eifersucht kommen nicht selten bei Geschwistern, auch im Erwachsenenalter, vor.

Meine sozialen Werte und Normen, die geprägt aus Familie und Religion sind, lassen mich aber wünschen, dass meine Kinder sich immer unterstützen und lieben. So, das dass Gefühl der Eifersucht, so gut wie möglich, minimalisiert wird. Mein Ziel ist es in Zukunft Eifersucht unter meinen Kindern  durch Gerechtigkeit und vorbildliches Verhalten vorzubeugen, mal sehen in wie Fern es klappt.

Die Beziehung zu den eigenen Geschwistern und Freunden wird als Vorbild für die Kinder dienen. Dank meiner Eltern überwiegt das Gefühl der Zusammengehörigkeit unter meinen Geschwistern, was für mich eine unglaubliche seelische Stütze im Leben ist. Es beweist mir zudem, dass dieses Ziel  auch für meine Kinder realisierbar ist.

Eine liebevolle Geschwisterbeziehung , das  gegenseitige Teilen  und Unterstützen..wünsche ich meinen Kindern. Meint Ihr ich bin zu idealistisch?

Eure Glückskind.

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