Reisen mit Kleinkind und Baby

In Dezember reisten mein Mann und ich für 14 Tage nach Hurghada. Die Stadt Hurghada liegt am Roten Meer und ist berühmt für ihr schönes, warmes Klima mit wenig Niederschlägen. Das Besondere an unserer Reise war, dass wir mit zwei Kindern gereist sind. Vor allem verrückt war, dass wir mit einem drei Monate altem Baby gereist sind. Viele Freunde und Bekannte wunderten sich, dass wir uns eine solche Reise mit einem frischgeborenen Baby zugemutet haben und waren sehr neugierig, wie es verlaufen ist.

Aufgrund dessen möchte ich ein wenig von der Reise berichten und habe entschieden: In diesem Bericht wird nichts verschönert. Ein All-Inklusiv-Urlaub, passend ins Budget einer relativ jungen Familie, sollte es sein. Faulenzen, plantschen, essen und Sonne tanken. Endlich mal Zeit haben füreinander. Weit weg vom alltäglichen Stress, von den Verpflichtungen und dem kalten Wetter.

Der Entspannungsurlaub mit Tücken

So ähnlich hatten wir uns unseren Urlaub vorgestellt. Genauso war er auch – oder nur fast!

Der Gedanke mitten im Winter in einen warmen Urlaubsort zu reisen weckt in vielen von uns die Sehnsucht nach Ferne. Vor allem nach einer Geburt und einer stressige Zeit braucht eine Familie eine Auszeit und Entspannung. Deswegen entschieden wir uns nach langem Überlegen und trotz aller Bedenken für eine Pauschalreise nach Ägypten. Wir suchten uns laut Internetbeschreibung ein kinderfreundliches Hotel aus.

In dem gesamten Urlaubspaket war nicht nur essen und trinken rund um die Uhr beinhaltet. Auch tägliche Weinanfälle und „mir ist langweilig“-Ausrufe einer Dreijährigen, die sich teilweise wie eine Pubertierende anhört, gehörten dazu. Die Kleine hatte in vielerlei Hinsichten auch recht. Denn obwohl das Wetter warm war, war es an vielen Tagen zu windig, um zum Beispiel am Strand mit Sandspielzeug zu spielen. Der Kinderpool war (obwohl es in der Hotelbeschreibung stand) nicht beheizt. Leider konnte unsere Tochter daher nicht täglich plantschen. Der kleine Mini-Sohnemann konnte gar nicht ins Wasser, obwohl er das Plantschen in der Badewanne liebt.

Überall und zu jeder Zeit musste man zudem einsatzbereit sein fürs Stillen. Denn wenn der kleine „Sonnyboy“ Hunger bekommt, dann ist es vorbei mit seiner guten Laune.

Im Resteraunt, am Pool oder im Bus, egal wo wir waren, ich musste immer damit rechnen, dass unser Sohn Hunger oder Durst bekam und ich stillen musste. Deswegen hatte ich immer eine dünne, große Decke dabei, die ich mir überwerfen konnte, um so unauffällig wie möglich zu stillen.

Während des Stillens läuft man natürlich Gefahr, dass sich die kleine Prinzessin wieder langweilt. Auf Grund dessen hatte ich immer Stifte, ein Malbuch und kleines Spielzeug dabei. Zudem kamen noch Wechselsachen, Pampers, Feuchttücher und Ähnliches dazu. Also liefen wir in unserem Entspannungsurlaub stets mit einem kleinen Koffer herum.

Ständige Organisationsnot

Das Essen. Das Essen war ein Thema für sich. Fast jedes Mal fragten wir uns, ob wir alle zusammen zum Büffet gehen und unser Essen aussuchen sollen oder doch lieber nacheinander.

Und auch beim Essen mussten wir für unsere Tochter Beschäftigung mitnehmen, damit wir noch einen Kaffee trinken konnten.

Auch war im Urlaub schon um 20 Uhr Feierabend. Nächtliche Spaziergänge als Paar waren also nicht drin. So sieht „REAL LIFE“ als frisch gebackene Familie aus. Vergeblich versuchten wir täglich eine Routine zwischen Pool, Essen, Strand und Zimmer zu finden, was aber leider nicht klappte und so gaben wir es nach einer Woche auf. Also wurden wir Helden des Alltags und gestalteten jeden Tag eher spontan. Wir passten uns den Bedürfnissen der Kinder an.

Teamarbeit ist das Wichtigste 

Trotzdem ergriffen wir die Möglichkeit die Altstadt zu erkunden, shoppen zu gehen, einen Wüstentrip und eine kleine Schiffsreise zu machen. Dies gelang nur, weil wir als Paar mehr oder wenig wie ein Team agieren und aufeinander zählen können. Zudem waren wir beide erlebnisfreudig und verrückt genug, um Strapazen in Kauf zu nehmen.

Unser größtes Glück war, dass die Kinder nicht krank wurden. Wir nahmen eine gut gerüstete Reiseapotheke mit, die wir al-hamdulillah nicht nutzen mussten.

Fazit

Wir konnten Sonne tanken, erkundeten eine neue Kultur, erforschten die Meerestiefe, entdeckten die Wüste und das Beduinenleben.

Wir haben schöne Erinnerungen für die Zukunft. Und unsere Kinder können später erzählen, wie mutig und flexibel ihre Eltern doch sind/waren. Jede Reise schweißt mit ihren schönen wie tragikomischen Erlebnissen zusammen.

Und das Schönste nach einer schönen, erlebnisreichen, aber auch anstrengenden Reise ist wieder nach Hause im vertrauten Heim anzukommen, denn dann scheinen einem die eigenen vier Wände und der Alltag sehr entspannend.

Fünf Tipps abschließende Tipps

  1. Eine Ägypten/Hurghada-Reise wird aufgrund einiger Vorfälle immer weniger empfohlen. Vor der Reise immer beim Auswärtigen Amt nach der Sicherheitslage erkundigen.
  2. Ich würde nie in der Hochsaison ein Touristengebiet aufsuchen, da es dann zu heiß und zu voll ist.
  3. Beim Aussuchen des Hotels auf Kinderfreundlichkeit, Sauberkeit und Hotelarzt achten.
  4. Im Voraus keine großen Erwartungen haben.J
  5. Wir bevorzugen es aufgrund von HELAL-Speisen und Kulturgemeinsamkeiten in muslimische Länder zu reisen. (Das muss natürlich nicht immer sein!)

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