Rund um-Warum komme ich nicht zum Schreiben ? Wie wichtig es,aber doch wäre.

Heute schreibe ich darüber, warum ich nicht zum schreiben komme.

Hier geht es nicht darum, sich zu beschweren oder dem typischen Bild einer überforderten, unorganisierten Mutter nachzukommen.

Es geht darum, sich ernsthafte Gedanken über die Frage zu machen „Warum ich meinen Leidenschaften, wie zum Beispiel dem Schreiben, immer weniger nach komme?“ Viele Frauen fragen sich bestimmt, warum sie jene Sachen nicht mehr machen, die sie vor ihrem Mutterdasein gerne und oft gemacht haben.

Und einige, wenige Frauen, die es schaffen neben ihrem Mutterdasein ihren Hobbies oder auch ihrem Beruf nachzukommen, diese Frauen, werden bewundert oder eben beneidet.

Kommen wir zum Schreiben. Viele haben mich gefragt, warum ich einen Blog führe. Naja, ich versuche zu mindestens einen Blog zu führen. 

Es bestehen viele Antworten auf diese Frage. Der wahre tiefgehende Grund ist allerdings, dass ich es Liebe, mich mit Texten zu beschäftigen, die mich aus dem Alltag herrausholen.Mich intellektuell beanspruchen. Bereits als Schülerin war das Lesen und das Schreiben meine Stärke. Spätestens im Studium wusste ich, dass sowohl das Verstehen von Texten als auch das Schreiben dieser, zu meinen wenigen Talenten gehören.

Der innere Wunsch als Mutter und Hausfrau weiterhin freiwillig Texte zu schreiben, kristallisiert sich als wahre Intuition heraus.

Und warum klappt es nicht? Ist das die falsche Organisation des Alltags, die Gemütlichkeit oder das Setzen von falschen Prioritäten?

Der Alltag und die Umstände haben mich überholt.

Denke ich an meine erste Schwangerschaft, die ich im Studium verbracht habe und erinnere ich mich da dran ,wie ich zusammen mit meiner, damals sechs Monate alten, Tochter eine Masterarbeit geschrieben habe, dann sehne ich mich danach wieder „Produktiv“ zu werden.

Eingebunden in das schöne Leben einer zweifach Mutter und einer Großfamilie verläuft der Tag zwar recht energisch und produktiv aber die eigene Erfüllung –das muss ich hier leider eingestehen- kommt –zur Zeit- zu mindestens –bei mir- zu kurz.

Ein erfolgreicher Tag beinhaltet für mich meine Tochter PÜNKTLICH zum Kindergarten bringen und  wieder abzuholen. Den Haushalt mit einem kleinen Chaoten an der Backe halbwegs zu wuppen, täglich frisch und gesund zu kochen, die beiden Glückskinder in die frische Luft zu bringen, die abendliche Routine mit den Kindern (Zähne putzen, Buchlesen und Einschlafen legen) ohne Drama zu meistern.

Mütter von Babies und Kleinkindern wissen, dass diese süßen Miniatur Menschen ihre Mütter körperlich und seelisch ganz schön beanspruchen. Nach 20 Uhr fallen einem selbst die Augen zu und von Konzentration fehlt meistens die Spur. Da muss man wirklich eine eiserne Disziplin zu Tage legen, wenn man nochmal 45 Minuten Sport machen, Ausgehen oder wie in meinem Falle etwas Schreiben möchte.

Ich denke vor allem Mehrfachmütter von jüngeren Kindern sind von dem Bild, was ich versuche darzustellen, betroffen. Es besteht aber auch gar kein Zwang noch nach 20 Uhr „etwas“ zu machen! Denn das was man den ganzen Tag als Vollzeit-Mutter tut, ist jede Anerkennung Wert. Zu mindestens, wenn man sich Mühe dabei gibt.

Wenn aber eine intrinsischer Bedarf einer Frau da ist, mehr zu machen und mehr zu schaffen, dann spricht nichts dagegen, oder?

Ich spüre es ist Zeit etwas zu verändern.

Zwischen der Wäsche und dem Staubsauger. Zwischen den Zeilen meiner negativen Gedanken. Hinter meinen kreischen hörte ich meine Innere Stimme immer lauter werden, die fragte: „Hallo Persönlichkeit, wann und wo habe ich dich verloren.“

Spätestens jetzt höre ich die Glocken läuten, die mir signalisieren realistische Ziele für mich zu formulieren und diese wirklich umzusetzen.

Sei es das Lesen eines Buches, bestimmte Anzahl an Dhikir am Tag, das Treffen mit einer Freundin. Schon Kleinigkeiten können uns Erfüllen und uns aus dem Alltag rausholen. Mir helfen sinnvolle Beschäftigungen. Und es ist mir sehr wichtig nicht nur Ehefrau, Mutter, Tochter/Schwiegertochter zu sein, sondern auch einfach Ich-Selbst.

Zudem darf  ich als (muslimische) Frau nicht vergessen mich zu besinnen. Leicht verfällt man in leere Gedanken und Verhaltensweisen, die nur materialistischer oder auch zum Beispiel egoistischer Natur sind. Ferner also kann es von großer Bedeutung sein, eine Sache für sich zu finden, welches einem Kraft gibt…für die kleinen und großen Mühen des Lebens. Die dich an das Wesentliche erinnern und wissen lassen, dass viele weltliche Dinge, es nicht Wert sind sich davon treiben zu lassen.

Für gläubige Menschen ist es hauptsächlich das Gebet, welches die Spiritualität und den Charakter wachsen lässt.

Neben dem  können das Lesen, das Spazieren oder auch vieles Anderes, helfen seinen Geist im stressigen Alltag etwas zu besänftigen.

Realistische Ziele setzten 

Als junge. ledige, zielstrebige Frau hatte ich die unrealistische Vorstellung, dass Familie, Karriere, Bildung, Reisen, Spiritualität sehr leicht unter einem Hut zu bringen sind. Heute weiß ich, dass man eine große Portion Fleiß und Selbstdisziplin zur Tage legen muss, um mehrere Sachten unter einem Hut zu bringen. Neben Eigenengagement sind auch die Gegebenheiten wichtig, die man nicht immer selbst bestimmen kann. Wir sagen auch „Nasip“ (Los) , „Kader“ (Schicksal) und „Kismet“. Und damit müssen nicht nur Besitz oder auch der Ehepartner gemeint sein. Sondern auch die Möglichkeiten zur Bildung und persönlicher Weiterentwicklung.

Selbst zu bestimmen, das heisst die Zeit und das Kapital für Bildung, Beruf oder für Freizeit  zu haben, bedeutet große Privilegien zu besitzen.

Die fehlende Anerkennung für Mütter

Egal, ob berufstätig oder nicht, Mütter leiden unter Druck. Das bestätigen uns zahlreiche Familienzeitschriften oder Erfahrungsberichte.

Als arbeitstätige Mutter wird man meist als Rabenmutter abgestempelt. Als Vollzeit Mutti werden die zahlreichen Aufgaben im und außerhalb des Hauses nicht wertgeschätzt.

Das allerschlimmste: Wir Frauen machen uns das Leben untereinander schwieriger. Mehr Verständnis und Respekt untereinander wäre wichtig. Urteile nicht über eine andere Mutter –egal aus welchem Grund- ohne ihre persönlichen und familiären Hintergründe zu kennen. Anerkenne ihre Leistungen! Und akzeptiere, dass sie die Sache möglicherweise anders angeht als du.

Vor allem Frauen, wie mich, die ein  vernetztes Leben mit traditionellen und modernen Werten führen und unter Einflüssen von verschieden Kulturen leben, können es wohlmöglich niemanden zu recht machen.

Ich habe so einige unglaubliche Sätze gehört, oft musste ich lachen. Aber manchmal habe ich mich auch geärgert.

#„Wieso hast du so lange studiert um Hausfrau zu werden?“

#„Dafür, dass du eine Lehrerin bist, sind deine Kinder aber sehr nögerlig“

#„Wieso sollst du arbeiten, du bist doch Mutter?“

#„Erziehe deine Kinder und nicht andere“

Es ist schön selbstbewusst genug zu sein und sich von keiner Seite unter Druck setzten zu lassen. Es ist schön sicher zu sein, was man für sich und die seine Familie möchte.

Was war noch mal die Ausgangsfrage?

Warum ich nicht zum Schreiben komme… weil eben nicht alles möglich und machbar ist. Aber wenn etwas für einen wichtig ist und einem sogar gut tut, dann kann man doch wenigstens versuchen am Ball zu bleiben und seine Privilegien herauszufordern.

In diesem  Sinne schaut wieder öfter rein und kommentiert fleissig.

 

 

 

 

 

 

Einige schöne Artikel rund um das Thema:

 

http://www.familie.de/eltern/einfluss-der-mutter-entscheidend-537329.html

 

http://www.nido.de/artikel/mude-in-vollzeit/

 

 

http://blogs.faz.net/fazit/2014/08/25/lieber-arbeiten-als-kinder-hueten-4440/

 

Gedanken: Gelangweilte Instagram-Mütter

 

http://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/2008092

 

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