Kopftuch rauf , Kopf hoch und Kopf einschalten!

Der Countdown neigt sich  dem Ende. Endlich ist es so soweit. Vier Jahre nach Studienabschluss, inklusive zwei Jahre Elternzeit, darf ich unterrichten. Lernen und Lehren zugleich. Das Abenteuer namens Referendariat fängt an und im Gepäck habe ich eine Menge Motivation, zwei energiegeladene Kinder, einen umfangreichen Haushalt, einen vielbeschäftigten Ehemann und zwei Großfamilien.

Das kann, ja, eigentlich nur gut werden.
Die erste große Frage, die man sich als Lehrkraft im Vorbereitungsdienst stellt, ist die, auf welcher Schule man seine Ausbildung vollzieht. Es ist nämlich so, dass „die Behörde“ die Referendare an die verschiedenen Schulen zuweist.
Als Mutter kann man den Wunsch äußern eine Wohnortnahe Schule zugewiesen zu bekommen. Das habe ich natürlich gemacht und bis zum Schluss gebangt, gehofft und geraten. Auf welche Schule komme ich? Und ich habe nur an die Schulen in meinen Stadtteil gedacht. Woche für Woche kontrollierte ich meine Email und meinen Briefkasten.

Dann, nur zwei Wochen vor Amtsbeginn bekomme ich endlich die Email. Die Schule ist im gut-bürgerlich Bewohnten Stadtteil im Norden Hamburgs. Ich wohne in einem multikulturellen Stadtteil in Süden Hamburgs. Der erste Schock sitzt natürlich tief. Die Wegzeit. Wann muss ich aufstehen?  Wie gebe ich so früh die Kinder bei der Kita ab? Wie wird die Schulleitung, die Kollegen und die Eltern auf ein extravagantes Wesen, auch bekannt als Kopftuchdame, reagieren ?

Nach dem ich aber wieder klar denken konnte, habe ich gemerkt, dass alles organisierbar und halb so schlimm ist. Und, habe mich gefragt, wo ist bitte mein Selbstbewusstsein geblieben ist. Vier Jahre lang bin ich anscheinend in meine soziale Komfortzone gesunken. Ich glaube und vertaue an meine Kompetenzen und stehe offen gegenüber den Herausforderungen, die auf mich zukommen.

Schule ist Abbild der Gesellschaft. Ich weiß, dass ich kein Problem sondern eine Bereicherung für das Schulwesen bin.

Na dann mal, Kopftuch rauf , Kopf hoch und Kopf einschalten!
Wie meine Vorstellung in der Schule gelaufen ist, wie wir die Betreuung der Kinder organisieren und wie die Vereidigung im Landesinstitut war. Das könnt ihr in meinem nächsten Post lesen.

Euer Glückskind!

Kinder, kommt wir beten zusammen

Bittgebete spielen für mich, wie für viele gläubige Menschen, eine große Rolle im Leben. Im Islam zählt das Bittgebet zum Gottesdienst und hat eine zentrale Rolle im täglichen Handeln. Sowohl im fünfmaligen Gebet, als auch im Anschluss des Gebetes werden kleine „Dua“ ausgesprochen. In jeglichen, alltäglichen Situation können diese  Anrufungen an Gott/Allah  rezitiert werden.

Als Mutter habe ich die Wichtigkeit des Bittgebetes immer hoch geschätzt und habe es in meine Erziehung und meinen Alltag eingebaut. Hier möchte ich vier Beispiele dafür geben, wie ich Bittgebete im Alltag einbaue und nutze, um die Entwicklung und die Spiritualität meiner Kinder zu unterstützen.

1.Bittgebete als Rituale 

Die meisten Muttis wissen, wie wichtig Rituale und Abläufe für Kinder sind. Also liegt es nahe Bittgebete in unseren vorhandenen Ritualen mit einzubauen. Oder die Gebete als eigenständige Rituale zu nutzen.

Kennt ihr den schönen Spruch, welches wir auf Klassenreise vor dem Essen immer aufgesagt haben? „Piep, Piep, Piep guten Appetit“. Warum erfinden wir nicht einen eigenen Spruch (egal auf welcher Sprache), den wir vor dem Essen stetig aufsagen? Wenn wir mögen, können wir den Spruch beibehalten aber einen Satz hinzufügen, wie: „Allah, hat uns eine schöne Mahlzeit geschenkt. Danke, Allah! Bismillah! Wir haben dich lieb. Piep, piep, guten Appetit“. So fügen wir einem pädagogischen Ritual zum Essensbeginn , eine Prise Spiritualität hinzu.

Die letzte Aktivität vor dem Schlafengehen ist klassischer Weise das Lesen eines Buches. Diese Gelegenheit nutze ich für ein weiteres Gebetsritual. Nach dem ich ein Buch Vorlese, lese ich die Schutzsuren aus den Qur´an laut und rhythmisch vor. Das mache ich seit der Geburt meines ersten Kindes. Ich habe das Gefühl, dass dies sie beruhigt und ihr die Nachtruhe ankündigt. Zu dem bin davon überzeugt, dass diese Suren meine Kinder wirklich beschützen und uns von negativen Einflüssen lösen.

Nachdem ich die Schutzsuren aufsage,  rede ich ganz frei aus dem Herzen mit Allah, bedanke mich für den Tag und spreche meine wünsche kurz aus. Meistens macht meine Tochter mit. Auch sie spricht ihre kindlichen Wünsche aus. Letztens sagte sie, zum Beispiel: „Hoffentlich zieht mein Bruder nicht mehr meine Haare“. Auf diesem Wege erfahre ich, ihre Wünsche und erkenne, welche Themen sie beschäftigen. Ich weiß, was sie bewegt. Es hat zudem eine therapeutische Funktion. Auf diesem Weg verarbeiten wir den Tag.

 2. Bittgebete zur Sprachförderung

Rhythmische Reime und Wiederholungen fördern die Sprachentwicklung. Deswegen gibt es so viele Kinderreime und Lieder, die regelmäßig in Spielgruppen und Kindergärten eingesetzt werden.

Kleine Suren und Gebete aus dem Qur`an sind sehr melodisch.  Auch wenn man sie aus dem arabischen übersetzt werden diese „Dua“ sicherlich den Wortschatz des Kindes erweitern. Sie werden sich als qualitatives Sprachliches Input erweisen, weil sie gefühlsvoll und authentisch sind.

3. Bittgebete zur Charakterbildung und Wertevermittlung

Wenn wir Beten, können wir auch für andere mitbeten. Wir können uns Gesundheit für den kranken Opa, gute Noten für den Cousin oder Frieden für die Welt wünschen. Es geht darum, auch an andere zu denken. Positives bewirken zu wollen. Es geht um Nächstenliebe.

In Gebeten geht es auch um Dankbarkeit. Dankbarkeit ist eine Tugend. Sie macht uns zu glücklicheren und besseren Menschen.

Wir können mit den Inhalten unserer Gebete bewusste Impulse zum indirekten Lernen von Werten geben.

4. Bittgebete zur Mutter-Kind Bindung.

Ich erinnere mich, wie meine kleine Tochter  direkt nach der Geburt  zerknirscht in meinen Armen lag. Ich blickte in ihre Augen und sprach unter Tränen, alle guten Wünsche laut aus, die eine Mutter ihrem Kind wünschen kann. Auch jetzt, gucke ich meine Kinder verliebt an und spreche für sie „Dua“ aus. Sie sollen wissen und spüren, dass sie eine Mutter haben, die stets für sie Betet.  Ich habe mich durch die Gebete meiner Mutter immer stark und unterstütz gefühlt. Ich wusste sie fiebert mit. Sei es bei der Abiturprüfung oder bei der Führerscheinprüfung.

Selbstverständlich wünschen sich die Eltern das Beste für ihre Kinder. Aber diese Wünsche laut auszusprechen. Und die Kinder wissen zu lassen, wie sehr man sie liebt wird die Bindung und das Vertrauen stärken.

Die Liebe zum Schöpfer

Abgesehen von den weltlichen, erzieherischen Nutzen von Bittgebeten ist die Quintessenz von „Dua wie von Dhikir“ die Liebe und das Vertrauen zum Schöpfer.

bittgebet
@Instragam: ikra’m

 

 

kommt wir beten

Materialien, die uns helfen

Die Möglichen pädagogischen Nutzen von Bittgebeten und ein paar Beispiele aus unserem Alltag wurden oben beschrieben. Zudem möchte ich drei Materialien vorstellen, die Sammlungen von kurzen Bittgebeten für Alltagssituationen sind.    Ihre Aufmachung ist Kind gerecht: bunt, groß und praktisch.

 

Schaut es euch selbst an:

 

Berichtet uns von euren Erfahrungen und wie ihr mit Gebeten in eurem Alltag umgeht.

Eurer Glückskind

 

Weitere Informationen und Links:

http://www.islamicbulletin.org/german/ebooks/Ya_Rabb_Bittgebete_fuer_Kinder.pdf

https://www.instagram.com/ikram_tv/?hl=de

Leiden Erstgeborene unter Geschwisterkindern? -Zwischen Ballett und dem aufgeräumten Kinderzimmer

Ist es so, dass wir Erwachsenen  von den älteren Kindern mehr erwarten, als von den Jüngeren? Mehr Selbstständigkeit, mehr Verständnis, mehr Hilfe. Ist es wirklich so, dass Kinder leiden, wenn sie Gewischter bekommen und somit größeren Herausforderungen ausgesetzt sind?

Der Alltag von Babys und Kleinkindern ist ohne hin gefüllt von Anforderungen. Zum Einen wachsen sie sehr schnell und entdecken die Welt für sich. Zum Anderen starten sie zwecks Frühförderung die ersten Babykurse. Sei es Englisch, Ballett, Turnen oder Schwimmen. Die Krippe, die Ganztagsschule. Immer früher zwängen wir erwachsen die Kinder in gefüllte, strukturierte Tagesabläufe.

Es bestehen wirklich viele Möglichkeiten und Angebote. Gleichzeitig kann diese Förderung jedoch Zeit- und Leistungsdruck bedeuten.Ich befürworte Frühförderung, aber denke gleichzeitig, dass man immer im Auge behalten sollte, dass man die kleinen, süßen Minimenschen, namens Kinder, nicht überbelasten sollte. Der Spaßfaktor sollte immer höher sein als der„Pflichtfaktor“. Spaßfaktor im Unterricht, bedeutet meines Erachtens, dass er Schülerbezogen und interaktiv gestaltet ist. Sensibilisieren, sensibel sein, lautet das Motto also für Eltern und Lehrer.

„Anne, du liebst meinen Bruder mehr.“

Sensibilisiert für diverse Themen bin ich als Mutter, mal mehr, mal weniger. Je nach den alltäglichen Herausforderungen, halt. Vor allem bin ich es aber, wenn meine Tochter unglaublich schlaue Sprüche von sich gibt und mich zum Nachdenken bringt.

Meine vier Jährige Tochter hat mich vor kurzem, nämlich, darauf aufmerksam gemacht, wie sehr ich ihren Bruder liebe. Sie offenbarte mir, dass sie wisse, dass ich ihn mehr liebe als sie. In diesem Augenblick als sie den Satz so kindlich süß, aber gleichzeitig selbstischer aussprach, schmunzelte ich. Gleichzeitig fiel mir aber ein Stein in den Magen. Ich fühlte mich erwischt. Obwohl ich natürlich beide meiner Kinder unterschiedslos liebe, stellte ich  mir die Frage, ob meine Liebe und meine Aufmerksamkeit gegenüber meinen Kindern egoistisch/ungerecht sei?

Ich küsse und knuddele meinen einjährigen Sohn sehr oft.  Er ist in meinen Augen so süß, dass sich dies ganz spontan tue. Von meiner vierjährigen Tochter, die ihre babyhaften Züge verloren hat, dafür aber immer selbständiger, lernfreudiger und verantwortungsbewusster wird, erwarte ich immer mehr. Ich erwarte, dass meine Tochter „altersgerechte“ Aufgaben zu Hause übernimmt. So kommt es eher zu Diskussionen oder Belehrungen als zu Kuschel-Einheiten. Zeit nehmen wir uns auch fürs Lesen, Basteln und Backen.  Dennoch, reicht es ihr anscheinend nicht. Sie möchte wie ein Baby geknuddelt werden. Beziehungsweise braucht sie eine „sichtbare“, „tastbare“ Liebe. Und das ist auch ihr Recht!

Kinder, Geschwister ringen um die Liebe der Eltern 

Nach dem ich mich ein wenig mit dem Thema Geschwisterrivalität beschäftigt habe, habe ich gelesen, dass Kinder ein leben Lang um die Liebe und Aufmerksamkeit der Eltern ringen. Dieses Ringen um die Liebe der Eltern und eine vermeintliche Benachteiligung eines Kindes, kann die Selbstwahrnehmung des Kindes ein Leben lang prägen.

Wie müsste ich mich also als Mutter gegenüber meinen zwei Kindern verhalten?Pädagogen plädieren dafür, dass wir unser Kinder nichtgleich behandeln sollen. Denn gleich behandeln bedeutet nicht immer gerecht behandeln. Tatsächlich kann ich  ein jüngeres Kind nicht genau so behandeln, wie ein Älteres. Ein wichtigen Einfluss hat, abgesehen vom Alter, zudem die  Persönlichkeit des Kindes. Je nach Charakter des Kindes ändern sich idealerweise die  Erwartungen und die Reaktionen der Eltern an das Kind.

Uuiij, Uuiij, uiij..liebe Muttis so ist das! Hab ihr ein Lieblingskind?

Tatsächlich käme es, laut Literatur, nicht selten vor, dass Eltern Lieblingskinder hätten. Einige Studien besagen, dass Eltern jene Kinder bevorzugen, die ihnen (charakterlich wie äußerlich) am ähnlichsten sind. Meist solle das Lieblingskind das Erste Kind oder das Nesthäkchen sein.

Schaffe ich es als Mutter, ohne „egoistische Beweggründe“, also unabhängig von meinen Erwartungen und meinen Vorlieben, herzlich meinen beiden Kindern gegenüber zu treten? Und kein Lieblingskind sondern Lieblingskinder zu haben? Ich versuche es, zu mindestens, und ich bin dank meines kleinen Morgensterns dafür sensibilisiert meine Liebe, wenn auch nicht gleich, aber immerhin ausgewogen meine Kinder in Beweis zu stellen.

Zwischen dem Ballettunterricht und dem aufräumen des Kinderzimmers nehme ich mir die Zeit meine Tochter zu kitzeln, zu knuddeln  und sie in den Arm zu nehmen.Denn, eigentlich weiß ich, in einer gesunden Eltern- Kind Bindung wird ein Kind, egal wie alt, die Liebe und Aufmerksamkeit der Eltern brauchen. Jedes Kind nicht im gleichen Maße und nicht auf die gleiche Art.  Die mütterliche bzw. väterliche Kunst besteht dadrin Fühler auszubilden , die genau wissen, wann und auf welche Art und Weise ein Kind Aufmerksamkeit und Liebe braucht.

Viel Spaß beim Erproben, Lieben und Knuddeln eurer Kinder.

Euer Glückskind.

Babyupdate 6- 12 Monate: Das erste Jahr zu viert

 

 

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Hurra, unser kleiner Rabauke wurde vor ein paar Wochen ein Jahr alt. Kein Jahr vergeht so aufregend, energisch und schnell, wie das erste Jahr des Babys.

Die Eingewöhnungszeit, die Meilensteine, das Zahnen, der Schlaf und die allgemeine Entwicklung, das alles, stellt für Baby sowie Eltern eine aufregende Zeit dar. Egal, ob es sich um das erste Kind oder um „Folgekinder“ handelt, das Wachsen von einem Baby zum Kleinkind ist jedes Mal ein kleines Wunder.

Im ersten Jahr werden einige grundlegende Bausteine für die kommenden nächsten Jahre gelegt. Die Mutter-Kind Bindung findet im Wesentlichen im ersten Jahr statt. Eine intensive, kuschelige sowie sehr wichtige Zeit, demzufolge. Dein kleines, süßes hilfloses Baby wächst zum Kleinkind und macht erste Schritte in Richtung Selbstständigkeit.

Unsere Entwicklungsschritte

Unser Sohn hat es besonders eilig mit dem groß und stark werden. Ab dem sechsten Monat gewöhnt er sich relativ schnell an Brei, Obst und andere Lebensmittel. Er wächst zu einem kräftigen, neugierigen und sehr aktiven Burschen.

Krabbeln lernt er ganz durchschnittlich (laut Lehrbuch) mit sieben Monaten. Ab dem vollendeten siebten Monat, jedoch, macht er einen großen Sprung. Erste Krabbelversuche entwickeln sich rasch zu einem schnellen, sicheren Krabbeln. Paar Wochen später kann er sich hochziehen. Und mit zehn Monaten kann er gehen. Die süßen kleinen Zähne kommen ebenfalls schnell.
Diese gesunde, schnelle und kräftige (motorische wie körperliche) Entwicklung freut mich als Mutter, selbstverständlich.

In unsere Babygruppen werde ich regelmäßig darauf angesprochen und lächele beschämt. („Hmm, ja er kann das schon“, „Er isst schon Brei/Obst/Brot“, „ Ja, er hat schon paar Zähne“.) Und ich komme mit den festhalten der Daten für ein Erinnerungsalbum nicht hinterher. Schade, finde ich es irgendwie. Denn unsere Baby-Zeit vergeht zu schnell.

Wer ist Schuld an diese Misere? Ich die „Super Mami“, die ihr Baby gehegt und gepflegt hat? Nein, eher nicht. Natürlich gebe ich mein Bestes, zu mindestens versuche ich es, die meiste Zeit.

Die Entwicklung von Babys jedoch, ist bedingt durch die Wechselwirkung ihrer genetischen Anlagen und ihrer Umwelt. Wir, als Eltern können den Babys die bestmöglichen Angebote bieten, die ihr innerliches Potenzial herausfordern. Eine sichere, geborgene und liebevolle familiäre Sphäre, in der sich die Kinder frei entfalten können, ist die beste Entwicklungsgrundlage. Die Gene sind also Schuld an unserer kurzen Babyzeit, zu mindestens zu fünfzig Prozent.

Individualität und Geschwisterliebe

Jede pädagogische Kraft kennt den Ausdruck „vom Kinde ausgehen“. Als Mutter erkenne ich den wirklichen Sinn hinter diese Aussage besser. Obwohl unser zweites Kind, unser Sprössling, gerade ein Mal ein Jahr alt geworden ist, erkenne ich, dass ich bei ihm ganz andere erzieherische Herangehensweisen finden muss, als wie bei meiner Tochter. Ich verinnerliche durch den intensiven Kontakt mit meinen  Kindern, dass alle Kinder unterschiedliche Fähigkeiten sowie Eigenschaften besitzen und sich selbstverständlich nicht alle gleich entwickeln. Sogar Geschwisterkinder, die unter sehr ähnlichen Voraussetzungen groß werden, entwickeln sich individuell. Sie sind kleine, spezielle Persönlichkeiten.

Das zweite Kind ist trotz jeglicher pädagogischer Sensibilität einem Vergleich zum ersten Kind ausgesetzt. Ich erwische mich regelmäßig dabei, wie ich Vergleiche ziehe. Meist sind diese Vergleiche wertefrei. Aber genauso wertfrei sie sind, so sind sie doch eigentlich auch überflüssig. OK-! Verliebt betrachte ich die Züge meines Sohnes, die mich an die Babyzeit der Schwester erinnern. Aber eigentlich hat er, es genauso wie die Schwester, verdient offen angenommen zu werden.

„Alle Kinder sind gleich, jedes Kind ist besonders!“

Geschwister und Kinder im Allgemeinen sollten, ob direkt oder in direkt, nicht in Konkurrenz gebracht werden. Der Entwicklungsprozess jedes Kindes ist individuell. Mag sein, dass sich ein Kind in einem Bereich besonders schnell entwickelt. Das bedeutet aber nicht, dass es sich auch in anderen Entwicklungsbereichen genau so schnell entwickelt.

Besonders im ersten Jahr kommt es häufig vor, dass Babys einen plötzlichen Entwicklungssprung machen, dann aber verunsichert sind und in „Babyhaftes“ verhalten zurückfallen. Dies erscheint vielen Eltern als Rückschritt. Es ist viel mehr ein Schutzmechanismus des Kindes, der zum Einsatz kommt, bevor zu viel Neues die innere Stabilität gefährdet. Ein wirkliche Entwicklungsverzögerung würde der Kinderarzt/ die Kinderärztin  bei den Routineuntersuchungen entdecken. Alles andere in sollte mit Leichtigkeit und Akzeptanz beobachtet/hingenommen werden.

Die Stärken des Kindes wahrnehmen – Ohne Konkurrenzdenken zu anderen Kindern.

Das erste Jahr mit zwei Kindern beinhaltete mehr schöne Tage, als anstrengende Tage. Der Altersabstand von dreieinhalb Jahren , die Unterstützung der Familie und mein Engagement kein Kind zu vernachlässigen, haben dazu beigetragen, dass eine schöne Familienzeit und Geschwisterliebe

Die Tatsache, dass meine Tochter relativ selbstständig ist, war natürlich von Vorteil. Beide Kinder wurden zeitweise von der Familie aufgenommen. Meine Tochter hatte, so die Gelegenheit mit, etwa gleichaltrigen, Cousinen/ Cousins zu spielen. Mein Sohn konnte mehrere Bezugspersonen für sich gewinnen. Das schätze ich sehr als Bereicherung.

Mütter macht euch Gedanken über eure Ressourcen und nutzt diese. Sei es eine Krabbelgruppe. Die Nachbarin oder alte Schulkamaradin mit Baby. Trifft auch damit die Kinder spielen und ihr abschaltet. Fordert Hilfe und nimmt Hilfe an. Strecke die Antennen aus und reagiert bevor „Probleme“ auftauchen.

 

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Ein Jahr zu viert und das Beste kann noch kommen

Ein Jahr zu viert, am Anfang war es nicht leicht und zeitweise ist es immer noch anstrengend. Ich weiss, dass es vor allem für die große Schwester nicht leicht war. Aber ich habe versucht sie emotional zu stärken. Das mache ich, indem ich sie Lobe. Ihr Verantwortung /Aufgaben im Hauhalt gebe, die ihr Spaß machen und das Gefühl geben „groß/wichtig“ zu sein. Ich nehme mir bewusst Zeit -nur- für sie; wir basteln, lesen oder kuscheln.

Streit und Eifersucht kommt selbstverständlich, trotzdem vor. Wichtig für mich ist nur, dass wir, als Eltern, unsere Kinder gerecht und gleich behandeln. Hier zu werden wir von unserem Propheten in Hadithen (überlieferte Aussagen) aufgefordert. Und auch aus pädagogischer Perspektive wird die Gleichbehandlung aller Kinder als Ziel gesetzt. Jetzt schon, obwohl beide noch sehr jung sind, fordere ich einen respektvollen Umgang -hört sich komisch an- von den kleinen Minimenschen.

Zwei Glückskinder- Alhamdulilah

Um zum Schluss zu kommen….: Eines Tages überrumpelte uns das kleine Glückskinds mit seiner Mobilität, Neugier und seinem sympathischen, liebenswerten Wesen. Zum Glück! Wir wuchsen zu einer richtigen Familie, in der man die  Interessen und Bedürfnisse des Einzelnen im Auge behalten muss. Eine Familie in der, die schönen Minuten Kraft für anstrengendere Phasen geben. Wir lernen uns jeden Tag kennen und lieben. Wir streiten uns und versöhnen uns. Wir nerven und vermissen uns. Das ist Familie!

Ein Gruß an alle Ein-Jährigen Glückskinder.

 


Interessante Links rund um das Thema:

http://www.netmoms.de/video/12-monat-des-babys/

Rund um-Warum komme ich nicht zum Schreiben ? Wie wichtig es,aber doch wäre.

Heute schreibe ich darüber, warum ich nicht zum schreiben komme.

Hier geht es nicht darum, sich zu beschweren oder dem typischen Bild einer überforderten, unorganisierten Mutter nachzukommen.

Es geht darum, sich ernsthafte Gedanken über die Frage zu machen „Warum ich meinen Leidenschaften, wie zum Beispiel dem Schreiben, immer weniger nach komme?“ Viele Frauen fragen sich bestimmt, warum sie jene Sachen nicht mehr machen, die sie vor ihrem Mutterdasein gerne und oft gemacht haben.

Und einige, wenige Frauen, die es schaffen neben ihrem Mutterdasein ihren Hobbies oder auch ihrem Beruf nachzukommen, diese Frauen, werden bewundert oder eben beneidet.

Kommen wir zum Schreiben. Viele haben mich gefragt, warum ich einen Blog führe. Naja, ich versuche zu mindestens einen Blog zu führen. 

Es bestehen viele Antworten auf diese Frage. Der wahre tiefgehende Grund ist allerdings, dass ich es Liebe, mich mit Texten zu beschäftigen, die mich aus dem Alltag herrausholen.Mich intellektuell beanspruchen. Bereits als Schülerin war das Lesen und das Schreiben meine Stärke. Spätestens im Studium wusste ich, dass sowohl das Verstehen von Texten als auch das Schreiben dieser, zu meinen wenigen Talenten gehören.

Der innere Wunsch als Mutter und Hausfrau weiterhin freiwillig Texte zu schreiben, kristallisiert sich als wahre Intuition heraus.

Und warum klappt es nicht? Ist das die falsche Organisation des Alltags, die Gemütlichkeit oder das Setzen von falschen Prioritäten?

Der Alltag und die Umstände haben mich überholt.

Denke ich an meine erste Schwangerschaft, die ich im Studium verbracht habe und erinnere ich mich da dran ,wie ich zusammen mit meiner, damals sechs Monate alten, Tochter eine Masterarbeit geschrieben habe, dann sehne ich mich danach wieder „Produktiv“ zu werden.

Eingebunden in das schöne Leben einer zweifach Mutter und einer Großfamilie verläuft der Tag zwar recht energisch und produktiv aber die eigene Erfüllung –das muss ich hier leider eingestehen- kommt –zur Zeit- zu mindestens –bei mir- zu kurz.

Ein erfolgreicher Tag beinhaltet für mich meine Tochter PÜNKTLICH zum Kindergarten bringen und  wieder abzuholen. Den Haushalt mit einem kleinen Chaoten an der Backe halbwegs zu wuppen, täglich frisch und gesund zu kochen, die beiden Glückskinder in die frische Luft zu bringen, die abendliche Routine mit den Kindern (Zähne putzen, Buchlesen und Einschlafen legen) ohne Drama zu meistern.

Mütter von Babies und Kleinkindern wissen, dass diese süßen Miniatur Menschen ihre Mütter körperlich und seelisch ganz schön beanspruchen. Nach 20 Uhr fallen einem selbst die Augen zu und von Konzentration fehlt meistens die Spur. Da muss man wirklich eine eiserne Disziplin zu Tage legen, wenn man nochmal 45 Minuten Sport machen, Ausgehen oder wie in meinem Falle etwas Schreiben möchte.

Ich denke vor allem Mehrfachmütter von jüngeren Kindern sind von dem Bild, was ich versuche darzustellen, betroffen. Es besteht aber auch gar kein Zwang noch nach 20 Uhr „etwas“ zu machen! Denn das was man den ganzen Tag als Vollzeit-Mutter tut, ist jede Anerkennung Wert. Zu mindestens, wenn man sich Mühe dabei gibt.

Wenn aber eine intrinsischer Bedarf einer Frau da ist, mehr zu machen und mehr zu schaffen, dann spricht nichts dagegen, oder?

Ich spüre es ist Zeit etwas zu verändern.

Zwischen der Wäsche und dem Staubsauger. Zwischen den Zeilen meiner negativen Gedanken. Hinter meinen kreischen hörte ich meine Innere Stimme immer lauter werden, die fragte: „Hallo Persönlichkeit, wann und wo habe ich dich verloren.“

Spätestens jetzt höre ich die Glocken läuten, die mir signalisieren realistische Ziele für mich zu formulieren und diese wirklich umzusetzen.

Sei es das Lesen eines Buches, bestimmte Anzahl an Dhikir am Tag, das Treffen mit einer Freundin. Schon Kleinigkeiten können uns Erfüllen und uns aus dem Alltag rausholen. Mir helfen sinnvolle Beschäftigungen. Und es ist mir sehr wichtig nicht nur Ehefrau, Mutter, Tochter/Schwiegertochter zu sein, sondern auch einfach Ich-Selbst.

Zudem darf  ich als (muslimische) Frau nicht vergessen mich zu besinnen. Leicht verfällt man in leere Gedanken und Verhaltensweisen, die nur materialistischer oder auch zum Beispiel egoistischer Natur sind. Ferner also kann es von großer Bedeutung sein, eine Sache für sich zu finden, welches einem Kraft gibt…für die kleinen und großen Mühen des Lebens. Die dich an das Wesentliche erinnern und wissen lassen, dass viele weltliche Dinge, es nicht Wert sind sich davon treiben zu lassen.

Für gläubige Menschen ist es hauptsächlich das Gebet, welches die Spiritualität und den Charakter wachsen lässt.

Neben dem  können das Lesen, das Spazieren oder auch vieles Anderes, helfen seinen Geist im stressigen Alltag etwas zu besänftigen.

Realistische Ziele setzten 

Als junge. ledige, zielstrebige Frau hatte ich die unrealistische Vorstellung, dass Familie, Karriere, Bildung, Reisen, Spiritualität sehr leicht unter einem Hut zu bringen sind. Heute weiß ich, dass man eine große Portion Fleiß und Selbstdisziplin zur Tage legen muss, um mehrere Sachten unter einem Hut zu bringen. Neben Eigenengagement sind auch die Gegebenheiten wichtig, die man nicht immer selbst bestimmen kann. Wir sagen auch „Nasip“ (Los) , „Kader“ (Schicksal) und „Kismet“. Und damit müssen nicht nur Besitz oder auch der Ehepartner gemeint sein. Sondern auch die Möglichkeiten zur Bildung und persönlicher Weiterentwicklung.

Selbst zu bestimmen, das heisst die Zeit und das Kapital für Bildung, Beruf oder für Freizeit  zu haben, bedeutet große Privilegien zu besitzen.

Die fehlende Anerkennung für Mütter

Egal, ob berufstätig oder nicht, Mütter leiden unter Druck. Das bestätigen uns zahlreiche Familienzeitschriften oder Erfahrungsberichte.

Als arbeitstätige Mutter wird man meist als Rabenmutter abgestempelt. Als Vollzeit Mutti werden die zahlreichen Aufgaben im und außerhalb des Hauses nicht wertgeschätzt.

Das allerschlimmste: Wir Frauen machen uns das Leben untereinander schwieriger. Mehr Verständnis und Respekt untereinander wäre wichtig. Urteile nicht über eine andere Mutter –egal aus welchem Grund- ohne ihre persönlichen und familiären Hintergründe zu kennen. Anerkenne ihre Leistungen! Und akzeptiere, dass sie die Sache möglicherweise anders angeht als du.

Vor allem Frauen, wie mich, die ein  vernetztes Leben mit traditionellen und modernen Werten führen und unter Einflüssen von verschieden Kulturen leben, können es wohlmöglich niemanden zu recht machen.

Ich habe so einige unglaubliche Sätze gehört, oft musste ich lachen. Aber manchmal habe ich mich auch geärgert.

#„Wieso hast du so lange studiert um Hausfrau zu werden?“

#„Dafür, dass du eine Lehrerin bist, sind deine Kinder aber sehr nögerlig“

#„Wieso sollst du arbeiten, du bist doch Mutter?“

#„Erziehe deine Kinder und nicht andere“

Es ist schön selbstbewusst genug zu sein und sich von keiner Seite unter Druck setzten zu lassen. Es ist schön sicher zu sein, was man für sich und die seine Familie möchte.

Was war noch mal die Ausgangsfrage?

Warum ich nicht zum Schreiben komme… weil eben nicht alles möglich und machbar ist. Aber wenn etwas für einen wichtig ist und einem sogar gut tut, dann kann man doch wenigstens versuchen am Ball zu bleiben und seine Privilegien herauszufordern.

In diesem  Sinne schaut wieder öfter rein und kommentiert fleissig.

 

 

 

 

 

 

Einige schöne Artikel rund um das Thema:

 

http://www.familie.de/eltern/einfluss-der-mutter-entscheidend-537329.html

 

http://www.nido.de/artikel/mude-in-vollzeit/

 

 

http://blogs.faz.net/fazit/2014/08/25/lieber-arbeiten-als-kinder-hueten-4440/

 

Gedanken: Gelangweilte Instagram-Mütter

 

http://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/2008092

 

Baby Update 3-6 Monate: Vom Zahnen bis zur Beschneidung

Motorik und Zahnen

Auffällig bei unserem runden Glückskind ist es, dass es schnell ein soziales, bewusstes Lachen entwickelt hat. Auch motorisch scheint es zunächst schnell und kräftig zu sein.

Wäre da nicht diese große Last für den kleinen Wonneproppen: Das Zahnen. Es hat, nach meinen Beobachtungen, bereits in seinem vierten Lebensmonaten begonnen und ihn ganz schön mitgenommen. In unserem Fall ist es zwar nicht begleitet von Fieber, dafür aber von anderen, unangenehmen Begleiterscheinungen.

Zunächst ist mein Sohn anhänglicher, will alles beißen. Und mit Beißen mein ich nicht das Phänomen, dass Babys alles in den Mund nehmen. Ich meine damit, mit voller Kraft „zu Beißen“.  Die Anhänglichkeit und Unruhe nimmt zu. Auch in den Nächten steht er häufiger auf. Die Tage und Nächte sind manchmal anstrengend. In den Nächten will das Glückskind oft trinken. Tagsüber will es getragen werden. Folglich denke ich, dass das Zahnen  seine Krabbelversuche verhindert.

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Mittel zu Verminderung von Zahnungsschmerzen

  •  Veilchenwurzel
  •  Fenchelknolle
  •  Bernstein
  •  Osanit Kügelchen
  •   Gummizahnbürste
  •   Vibrucol Zäpfchen

Zusätzlich zur Beruhigung

  •   Schnuller
  •   Wippe
  •    Tragetasche/ Tragetuch

 

Schlafen

Das Glückskind schläft im Beistellbett. Es schläft mit der Kombination Schnuller und Decke. Langsam aber sicher stellt sich ein  Schlafrhythmus ein. Es har einen Vormittagsschlaf, ein Mittagsschlaf und einen Nachmittagsschlaf. Abends schläft er später ein als in den vorherigen Monaten. Nach wie vor schläft er nicht durch.

Ernährung

Das Thema Brei wird im 5. Monat allmählich aktuell. Dazu kontaktiere ich meine Wochenbetthebamme.  Trotz der vielen Informationsmöglichkeiten bevorzuge ich das persönliche Gespräch mit meiner Hebamme. Zum einen ist es schön die Hebamme wieder zu treffen. Zum anderen hilft mir das Gespräch. Zum Bespiel erfahre ich von der „Baby-Lad weaning“ Methode (hier mehr Infos) ,von der ich vorher nichts gehört hatte.

 Das Thema Brei/Beikost ist sehr vielseitig.  Was für mich wichtig war  im Überblick:

  •  Wichtiger als das Alter des Babys sind Zeichen dafür, ob das Baby Interesse am Essen zeigt. (Zum Beispiel mit Mundbewegung)
  •   Langsame und schrittweise Einführung
  •   Feste Essenszeiten
  •         Einen Ernährungsplan als Orientierung
  •         Baby beobachten und nach den Bedürfnissen des Kindes richten
  •     Von Anfang an selbstbestimmtes und eigenständiges Essen ermöglichen  (z.B.: Fingerfood)
  •         möglichst gemeinsam mit dem Baby essen

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Beschneidung

Mit vier Monaten wurde unser Glückskinds beim Kinderarzt beschnitten. Der syrisch-stämmige, ältere Kinderarzt in Hamburg gehört zu den erfahrenen in diesem Gebiet. Zunächst führen wir ein Vorgespräch mit ihm, um dann nach zwei Wochen zum Beschneidungstermin zu gehen. Der Arzt führt eine örtliche Betäubung durch. Alles verläuft problemlos und unkompliziert (alhamdulilah).Wir kriegen Schmerzmittel und Medikamente mit. Am zweiten Tag brauchen wir die Schmerzmittel nicht mehr. Und innerhalb von 3-5 Tagen ist die Wunde geheilt.

Noch am gleichen Tag haben wir eine schöne Familienfeier.

Ich bin froh und glücklich über den Verlauf der Dinge. Es war mein Wunsch gemäß der religiösen  (wie auch medizinischen) Empfehlung relativ früh die Beschneidung gemacht zu haben. Der kleine Glücksbursche hat sehr wenig bis keine Schmerzen erlitten. Angst und Bangen musste er auch nicht. Und die anschließende Feier war ein schönes Familientreffen und eine sehr schöne Erinnerung, von der wir den Kleinen in Zukunft erzählen werden.

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Baby-Update: Die ersten drei Monate

 

Der Geruch des Babys, das friedliche Schlafen, zusammen kuscheln und einschlafen.  Sich entdecken und kennenlernen.

Die ersten drei Monate nach der Geburt sind meiner Meinung nach, eine sehr intensive Zeit. Einerseits bestehen großartige Glücksgefühle, Erleichterung und Freude. Diese überragen dich. Andererseits fühlst du dich müde, platt, körperlich am Ende und irgendwie unsicher.Das typische Auf und Ab der Gefühle, die Höhen und Tiefen mit einem Neugeborenen. Das alles aus meiner Sicht erfährt ihr in diesem Beitrag.

Zur Mutterrollen und zum Stillen

Ich kann mich als glücklich schätzen, dass ich die „Mutterrolle“ und die Verantwortung eines Kindes bereits bei meinem ersten Kind schnell annehmen konnte. Ich höre von einigen Frauen,dass dies nicht selbstverständlich ist. Da kann ich nur raten geduldig zu sein und die ersten schwierigen Tage mit Unterstützung zu überstehen. Meist ergeben sich die positiven Gefühle zum Kind von alleine. Sonst würde ich empfehlen, das Baby oft und lange anzugucken, zu streicheln und zu versuchen eine innige emotionale Bindung zum Kind aufzubauen. Jeder (baldigen-) Mutter würde ich empfehlen sich über das essentielle Thema „Bonding“ bereits in der Schwangerschaft zu informieren.

Ideal wäre natürlich eine Liebesbeziehung zum Baby.

Stillen und Muttermilch ist in meinen Augen ein Wunder des Schöpfers. Auch hier kann ich jeden ans Herz legen, sich über das Thema zu informieren. Es kann in der ersten Zeit zu kleinen Schwierigkeiten kommen aber es lohnt sich wirklich nicht aufzugeben.

Diese beiden Punkte erwähne ich als Erstes, weil das die beiden wesentlichsten Themen in der ersten Zeit sind. Zu diesen Themen gibt es jedoch genug Literatur,was ich euch „Neumüttern“ ans Herz lege.

Neue Herausforderungen meistern

Aufregung und Schwierigkeiten spürte ich auch noch der Geburt meines zweiten Kindes. Das zweite Baby bringt seine eigene Persönlichkeit mit. Mit dem zweiten Kind kommen andere Herausforderungen auf einen zu. Und irgendwie gehen die anderen Verantwortungen im Leben nun mal weiter. Vor allem dem ersten Kind gegenüber. So, dass man als Mami zum Teil zur einer Überlegungskünstlerin wird.

Unser kleiner Glücksbursche war in den ersten Wochen und Monaten sehr, sehr pflegeleicht. Die einzige große Hürde war, dass er am ersten Tag zu schlapp zum Trinken war. Sein Blutzuckerwert war  dadurch sehr niedrig. Die Krankenschwestern rieten mir sofort die Flasche anzubieten. Das wollte ich jedoch nicht. Als der Wert aber immer niedriger wurde, war ich gezwungen ihn die Flasche anzubieten, welches er nicht annahm. So kam auf meinen Wunsch die Stillberaterin und wir haben es geschafft kleine Mengen an Muttermilch mit Hilfe einer Spritze in den Mund des Baby zu tropfen. Folgerichtig stiegen die Werte meines Babys, so, dass es genug Kraft hatte zum Saugen.

Zwei weitere große Herausforderungen waren die Geschwisterrivalität und die Organisation unseres neuen Tagesablaufs. Denn egal wie „pflegefreundliche“ ein Baby sein mag, ist das Stillen nun mal sehr zeitaufwändig. Die Nächte fallen nun mal kurz aus. Und das Ältere Kind erwartet und verdient weiterhin die gewohnte Aufmerksamkeit.

Kommen dann weitere alltägliche  Aufgaben dazu, muss man als Mutter einen kühlen Kopf bewahren und die Kinder sowie die eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen verlieren. Das ist aber leichter gesagt, als getan.

Ideal wäre es eine Hebamme, der man vertraut sowie andere Vertrauenspersonen als Unterstützung, um sich zu haben.

Deswegen habe ich mich auch beim zweiten Mal (früh genung!), um  eine Wochenbetthebamme gekümmert. Sie konnte mir Tipps und Unterstützung beim Stillen geben. Zudem hatte sie bei Bedarf homöopathische Mittel zu Hand.

Körper und Psyche wieder im Wandel

In den ersten drei Monaten nach der Geburt fühlte sich weder mein Körper noch meine Psyche sich „normal“ an. Beides musste sich regenerieren. Der Hormonhaushalt änderte sich erneut. Auch wenn ich das während dieser Zeit nicht realisierte, merkte ich nach dieser Zeit einen bedeutsamen Unterschied zum Beispiel an meinem Essverhalten. Und wenn ich dann , die erste Zeit nach der Geburt „Revue passierte“ merkte ich, wie zerbrechlich und sensibel ich war. Obwohl ich nach Außen strak aussah und schnell wieder auf die Beine kam, merkte ich irgendwann, dass ich innerlich mit Vieles zu kämpfen hatte und körperlich überfordert war.

Es empfiehlt sich alles langsam und ruhig anzugehen. Und nicht so ungeduldig, wie ich zu sein. Umso mehr kann man die nächsten Monate genießen, in denen die Babys immer aktiver und dir Mamis viel fiter werden. So schön, kuschlig und aufregend die erste Zeit auch ist. Ab dem vierten Monat macht es  für mich dann richtig Spaß mit Baby zu spielen. Einen routinierten Ablauf zu haben und aktiver zu werden

Wie habt ihr die erste Zeit mit Baby empfunden?

Wie stellt ihr euch als Schwangere die erste Zeit vor?

Eure Glückskindsblog

 

 

Reisen mit Kleinkind und Baby

In Dezember reisten mein Mann und ich für 14 Tage nach Hurghada. Die Stadt Hurghada liegt am Roten Meer und ist berühmt für ihr schönes, warmes Klima mit wenig Niederschlägen. Das Besondere an unserer Reise war, dass wir mit zwei Kindern gereist sind. Vor allem verrückt war, dass wir mit einem drei Monate altem Baby gereist sind. Viele Freunde und Bekannte wunderten sich, dass wir uns eine solche Reise mit einem frischgeborenen Baby zugemutet haben und waren sehr neugierig, wie es verlaufen ist.

Aufgrund dessen möchte ich ein wenig von der Reise berichten und habe entschieden: In diesem Bericht wird nichts verschönert. Ein All-Inklusiv-Urlaub, passend ins Budget einer relativ jungen Familie, sollte es sein. Faulenzen, plantschen, essen und Sonne tanken. Endlich mal Zeit haben füreinander. Weit weg vom alltäglichen Stress, von den Verpflichtungen und dem kalten Wetter.

Der Entspannungsurlaub mit Tücken

So ähnlich hatten wir uns unseren Urlaub vorgestellt. Genauso war er auch – oder nur fast!

Der Gedanke mitten im Winter in einen warmen Urlaubsort zu reisen weckt in vielen von uns die Sehnsucht nach Ferne. Vor allem nach einer Geburt und einer stressige Zeit braucht eine Familie eine Auszeit und Entspannung. Deswegen entschieden wir uns nach langem Überlegen und trotz aller Bedenken für eine Pauschalreise nach Ägypten. Wir suchten uns laut Internetbeschreibung ein kinderfreundliches Hotel aus.

In dem gesamten Urlaubspaket war nicht nur essen und trinken rund um die Uhr beinhaltet. Auch tägliche Weinanfälle und „mir ist langweilig“-Ausrufe einer Dreijährigen, die sich teilweise wie eine Pubertierende anhört, gehörten dazu. Die Kleine hatte in vielerlei Hinsichten auch recht. Denn obwohl das Wetter warm war, war es an vielen Tagen zu windig, um zum Beispiel am Strand mit Sandspielzeug zu spielen. Der Kinderpool war (obwohl es in der Hotelbeschreibung stand) nicht beheizt. Leider konnte unsere Tochter daher nicht täglich plantschen. Der kleine Mini-Sohnemann konnte gar nicht ins Wasser, obwohl er das Plantschen in der Badewanne liebt.

Überall und zu jeder Zeit musste man zudem einsatzbereit sein fürs Stillen. Denn wenn der kleine „Sonnyboy“ Hunger bekommt, dann ist es vorbei mit seiner guten Laune.

Im Resteraunt, am Pool oder im Bus, egal wo wir waren, ich musste immer damit rechnen, dass unser Sohn Hunger oder Durst bekam und ich stillen musste. Deswegen hatte ich immer eine dünne, große Decke dabei, die ich mir überwerfen konnte, um so unauffällig wie möglich zu stillen.

Während des Stillens läuft man natürlich Gefahr, dass sich die kleine Prinzessin wieder langweilt. Auf Grund dessen hatte ich immer Stifte, ein Malbuch und kleines Spielzeug dabei. Zudem kamen noch Wechselsachen, Pampers, Feuchttücher und Ähnliches dazu. Also liefen wir in unserem Entspannungsurlaub stets mit einem kleinen Koffer herum.

Ständige Organisationsnot

Das Essen. Das Essen war ein Thema für sich. Fast jedes Mal fragten wir uns, ob wir alle zusammen zum Büffet gehen und unser Essen aussuchen sollen oder doch lieber nacheinander.

Und auch beim Essen mussten wir für unsere Tochter Beschäftigung mitnehmen, damit wir noch einen Kaffee trinken konnten.

Auch war im Urlaub schon um 20 Uhr Feierabend. Nächtliche Spaziergänge als Paar waren also nicht drin. So sieht „REAL LIFE“ als frisch gebackene Familie aus. Vergeblich versuchten wir täglich eine Routine zwischen Pool, Essen, Strand und Zimmer zu finden, was aber leider nicht klappte und so gaben wir es nach einer Woche auf. Also wurden wir Helden des Alltags und gestalteten jeden Tag eher spontan. Wir passten uns den Bedürfnissen der Kinder an.

Teamarbeit ist das Wichtigste 

Trotzdem ergriffen wir die Möglichkeit die Altstadt zu erkunden, shoppen zu gehen, einen Wüstentrip und eine kleine Schiffsreise zu machen. Dies gelang nur, weil wir als Paar mehr oder wenig wie ein Team agieren und aufeinander zählen können. Zudem waren wir beide erlebnisfreudig und verrückt genug, um Strapazen in Kauf zu nehmen.

Unser größtes Glück war, dass die Kinder nicht krank wurden. Wir nahmen eine gut gerüstete Reiseapotheke mit, die wir al-hamdulillah nicht nutzen mussten.

Fazit

Wir konnten Sonne tanken, erkundeten eine neue Kultur, erforschten die Meerestiefe, entdeckten die Wüste und das Beduinenleben.

Wir haben schöne Erinnerungen für die Zukunft. Und unsere Kinder können später erzählen, wie mutig und flexibel ihre Eltern doch sind/waren. Jede Reise schweißt mit ihren schönen wie tragikomischen Erlebnissen zusammen.

Und das Schönste nach einer schönen, erlebnisreichen, aber auch anstrengenden Reise ist wieder nach Hause im vertrauten Heim anzukommen, denn dann scheinen einem die eigenen vier Wände und der Alltag sehr entspannend.

Fünf Tipps abschließende Tipps

  1. Eine Ägypten/Hurghada-Reise wird aufgrund einiger Vorfälle immer weniger empfohlen. Vor der Reise immer beim Auswärtigen Amt nach der Sicherheitslage erkundigen.
  2. Ich würde nie in der Hochsaison ein Touristengebiet aufsuchen, da es dann zu heiß und zu voll ist.
  3. Beim Aussuchen des Hotels auf Kinderfreundlichkeit, Sauberkeit und Hotelarzt achten.
  4. Im Voraus keine großen Erwartungen haben.J
  5. Wir bevorzugen es aufgrund von HELAL-Speisen und Kulturgemeinsamkeiten in muslimische Länder zu reisen. (Das muss natürlich nicht immer sein!)

Entthronung- Erstgeborene auf das Baby vorbereiten

 

 

Schwangerschaft

Bereits in der Schwangerschaft kann das baldige Familienmitglied thematisiert werden. Im welchem Stadium der Schwangerschaft dies geschehen sollte und wie genau man darüber sprechen sollte, kann jede Mutter nach ihrem Gefühl und nach dem Entwicklungsstand des Kindes entscheiden.

Ich habe relativ früh damit begonnen mit meiner Tochter über das neue Baby im Bauch zu sprechen.Zur Veranschaulichung haben uns Bücher wie, „Conni und das neue Baby“  sehr geholfen. Bücher sind auch deswegen hilfreich, weil sie dem Kind ermöglichen, sich mit der Hauptfigur zu identifizieren. Folglich bildet das Kind Empathie und kann sich auf die kommenden Gefühle und das erwartete Geschehen vorbereiten.

Als ein anderes Mittel zur Vorbereitung und Veranschaulichung dienen „reale Beispiele“. Hochschwangere Frauen im Freundes- und Familienkreis, die man vor und nach der Entbindung besucht, zeigen dem Kind, dass aus der runden Kugel tatsächlich ein Baby aus Fleisch und Blut „rauskommt“.Unser Glückskind hatte das Glück eine Cousine zu haben bei der sie den Bauch anfassen durfte. Später konnte sie dann ihren Großcousin persönlich anfassen und hat somit gesehen, dass aus dem Bäuchlein -wirklich- ein richtiges Baby gekommen ist.

Ich konnte viel mit meiner Tochter über die Zukunft reden. Dafür nutzte ich verschiedene Gelegenheiten,die im Bezug zu dem Baby standen z.B. Bettaufbau. Im Gespräch erzählte ich ihr, warum wir die Tätigkeiten machen und wie das Leben mit dem Baby ungefähr sein wird. Zum Beispiel, dass das Baby am Anfang viel Schlafen und Milch trinken muss. Ich erzählte ihr zudem, dass sie auch mal in meinen Bauch wuchs und ein klitzekleines Baby war. Wir guckten gemeinsam Bilder und Videos aus ihrer Babyzeit an. Das gefiel ihr sehr. Es machte sie glücklich.


Ich fühlte mich gut vorbereitet.

  • Bücher zum Thema
  • Reelle Beispiele
  • Einbinden in die Schwangerschaft durch Gespräche sowie Tätigkeiten
  • Stark und geduldig bleiben in herausfordernden Zeiten

In den letzten Tagen der Schwangerschaft jedoch war ich so erschöpft, dass ich alltägliche Rituale, wie zum Beispiel das Vorlesen vor dem Schlafen gehen, fallen liess. Ferner war ich insgesamt ungeduldiger mit meiner Tochter. Dies bemerkte ich nicht sofort. Erst als ihr Verhalten sich sehr änderte, sie mehr weinte und trotzte, realisierte ich, dass ich sie ein wenig vernachlässigt hatte.

Gemeinsam Rituale im Alltag geben in den letzten Wochen der Schwangerschaft und nach der Geburt besonders viel Halt. Meistens –behaupte ich einfach mal- ist es aber so, dass ausgerechnet in dieser Phase der Alltag durcheinander kommt und sich neu einpendeln muss. Umso wichtiger ist es, dass Partner, Familie und Freunde helfen, um die Situation besser in Griff zu bekommen.

Nach der Geburt auf Details achten und die mütterlichen Antennen offen halten

Nach der Geburt kann es durch die Erschöpfung der Mutter und des hohen Pflegebedarfes des Babys, schnell dazu kommen, dass das Erstgeborene vernachlässigt wird. Und auch wenn es nicht vernachlässigt wird, wird das Erstgeborne wahrscheinlich, um eine extra Portion an Aufmerksamkeit bitten.

Die gängigen pädagogischen Ratschläge,die nach der Geburt des Geschwisterchens empfohlen werden, kann man in vielen Quellen  lesen und sind folgende:

  • Kind mit offenen Armen im Krankenhaus empfangen
  • Geschenk vom Geschwisterchen überreichen
  • Bei Babygeschenken an das Erstgeborene mitdenken
  • Freunde und Familie darauf hindeuten, dass das Erstgeborene weiterhin Aufmerksamkeit bekommt z.B.: bei der Begrüßung

Obwohl ich  all diesen Empfehlungen nachgegangen bin, waren die ersten Wochen nach der Geburt, eine herausfordernde Zeit. Sie entwickelte nämlich ein Trotzverhalten, was für mich nicht direkt auf das neue Baby zurück zu führen war. Zunächst war ich sehr wütend auf meine Tochter. Ich war sehr verzweifelt. Irgendwann habe ich bemerkt, dass dies ein Schrei nach Aufmerksamkeit war.Dass sie ihre Gefühle in Bezug auf das Baby nicht kontrollieren konnte. Es überkam sie manchmal ein undefinierbares Gefühl und sie trotze, weinte.

In dem Punkt möchte ich unterstreichen, dass das Wissen von Ratgebern und anderen Müttern bestimmt eine Stütze sein kann. Das Wichtigste ist aber meiner Meinung nach, der mütterliche Instinkt in uns, auf den wir wirklich sehr genau horchen sollten – indem wir alles Andere, den Stress und die Aufgaben um uns herum abschalten. Der anfängliche, viele Besuch, die alltäglichen Aufgaben sollten uns nicht davon abhalten unsere Antennen für unser Kind offen zu halten. Wie sollten auf unser Kind eingehen, Geduld und Verständnis zeigen.


Sie wollte einfach wissen „Anne, bist du noch für mich da? Kümmerst du dich noch um mich, wenn ich dich brauche?“


 

Deswegen sollte ich sie wieder anziehen und ihr beim essen helfen, obwohl sie das längst alleine kann. Und seit dem ich mehr für sie da bin, hat sich ihr Verhalten normalisiert.

Die wichtige Nuance zwischen Verständnis und Konsequenz

Ich persönlich halte vor Augen, dass das Weinen kein kindliches Mittel wird, um alles durchzusetzen. Wichtig ist mir auch, dass nicht der Schlaf und die Mahlzeiten des Babys gestört werden.

Schritt für Schritt versuch ich Normalität in unsere gewachsene Familie zu bringen. Mittlerweile entwickelt sich das Zusammenleben positiv. Es wird sicherlich noch viele Höhen und Tiefen geben. Das gehört zum Leben. Jeder in der Familie verdient Verständnis. Jeder in der Familie muss aber auch mal Verzicht und Rücksichtnahme , für ein harmonisches Familienleben, in Kauf nehmen. Von Groß bis Klein.

Liebevolle Beziehung innerhalb der Familie unterstreichen und fördern

Das Verlangen nach Aufmerksamkeit und Bestätigung seitens der geliebten Menschen, sucht jeder Mensch. Der Eine mehr, der Andere weniger. Rivalität und Eifersucht kommen nicht selten bei Geschwistern, auch im Erwachsenenalter, vor.

Meine sozialen Werte und Normen, die geprägt aus Familie und Religion sind, lassen mich aber wünschen, dass meine Kinder sich immer unterstützen und lieben. So, das dass Gefühl der Eifersucht, so gut wie möglich, minimalisiert wird. Mein Ziel ist es in Zukunft Eifersucht unter meinen Kindern  durch Gerechtigkeit und vorbildliches Verhalten vorzubeugen, mal sehen in wie Fern es klappt.

Die Beziehung zu den eigenen Geschwistern und Freunden wird als Vorbild für die Kinder dienen. Dank meiner Eltern überwiegt das Gefühl der Zusammengehörigkeit unter meinen Geschwistern, was für mich eine unglaubliche seelische Stütze im Leben ist. Es beweist mir zudem, dass dieses Ziel  auch für meine Kinder realisierbar ist.

Eine liebevolle Geschwisterbeziehung , das  gegenseitige Teilen  und Unterstützen..wünsche ich meinen Kindern. Meint Ihr ich bin zu idealistisch?

Eure Glückskind.

Geburtsbericht- Eine Geburt ohne PDA

Die letzten Wochen und Tage der Schwangerschaft waren für mich sehr anstrengend. Und jeder weiterer Tag formte sich zu einer Qual. Ich litt an frühzeitigen Wehen, auch wilde Wehen genannt, die unregelmäßig aber sehr oft und schmerzhaft vorkamen.

Ich hoffte und erwartete, dass mein Sohn früher kommt. Doch der Entbindungstermin rückte näher und es tat sich nichts. Außer die ständigen wilden Wehen, die mir schlaflose Nächte bereiteten, tat sich leider nichts.

Je näher der Termin rückte, desto mehr zerbrach ich mir den Kopf darüber, wie ich die zahlreichen Arzttermine (bei eine ET- Überschreitung) bewältigen soll. Des Weiteren wünschte ich mir natürlich keine Einleitung. Und zerbrach mir auch deswegen den Kopf.

Aber eigentlich wusste/fühlte/merkte ich, dass es bald los gehen würde. Ich nahm meine Kraft zusammen und verlängerte meine täglichen Spaziergänge. Ein Tag vor den Geburtswehen ging ich ca. vier km lang spazieren. Am nächsten Tag, morgens, entdeckte ich das sogenannte „Zeichen“ und wartete ab, ob sich wirklich etwas ergibt. Es kamen dann starke Wehen dazu, die aber nicht regelmäßig waren. Mittags waren die Wehen plötzlich weg. So dachte ich, dass es wieder ein Mal ein Fehlalarm war.

Dennoch brachten wir unsere Tochter bei der Familie unter und ruhten uns aus. Ich trank den ganzen Tag über Himmbeerblättertee mit Zimt und Zitrone, da ich ärgerlicherweise eine Nacht davor Halsschmerzen bekam. Zudem wusste ich, dass Zimt und Himmbeerblättertee die Wehen fördern und die Eröffnungsphase während der Geburt erleichtern können.

Nachmittags entschieden wir uns für einen längeren Spaziergang und bereits auf dem Weg zum nahegelegenem See fingen wieder die Wehen an. Den ganzen Spaziergang über, der ungefähr 90 min betrug, hatte ich Wehen. Diese Wehen waren leicht bis mittelstark und kamen jede 15-10 min. Zum Ende kamen sie dann jede sieben min. Mein Mann achtete auf die Uhr und „diente“ als Stütze beim veratmen der Wehen. Obwohl die Wehen wirklich regelmäßig waren, war ich sehr verunsichert und konnte es nicht glauben, dass es wirklich losgeht. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, lache ich natürlich. Es war eigentlich offensichtlich.Weil ich so verunsichert war, entschied ich mich zunächst nach Hause zu fahren und nicht ins Krankenhaus. Ich wollte warten bis die Wehen jede fünf min kommen.

Als wir zu Hause waren kontrollierte ich noch mal meinen Klinikkoffer, organisierte die Unterbringung meiner Tochter (die wieder nach Hause gebracht wurde), verabschiedete mich von ihr (nochmals) und war mir sicher, dass wir uns nun auf den Weg machen konnten.

Im Krankenhaus wurde uns nach dem CTG empfohlen noch mal zwei Stunden spazieren zu gehen. Den ganzen Spaziergang über konnte ich die Wehen gut veratmen. Aber die letzen zehn Minuten des Spaziergangs waren sehr schmerzhaft. So, dass ich mich zum Schluss, mit viel Mühe, wieder zurück ins Kreissaal bewegen konnte.

Um es zusammen zu fassen:

Acht Stunden lang Wehen, von denen die letzten zwei Stunden sehr stark waren. Ich war sehr lange an der frischen Luft und habe mich sehr viel bewegt während der Geburt. Da ich auf ein Mal sehr starke Wehen und Druck hatte, habe ich eine Spritze zur Schmerzlinderung bekommen, was mir in diesem Stadium jedoch nicht viel half. Außer der Spritze verlief alles natürlich und ohne Komplikationen.Alhamdulilah. Ich habe nicht ein mal eine Kanüle bekommen. Diese schnelle und natürliche Endphase der Geburt erlebte ich als sehr intensiv aber auf einer Art und Weise auch sehr schön.

Zum Krankenhaus muss ich sagen, dass die Hebammen und die Ärztin sehr kompetent und freundlich waren. Die Hebammen, die an dem Abend arbeiteten, kannte ich aus meinen Akupunktursitzungen. Und die Ärztin war eine Bekannte.Die Kreissäle jedoch waren alle voll und als dann auch zwei Notfälle dazu kamen, war das Personal total überfordert.

Wir waren einen gewissen Zeitraum ohne Hilfe und Aufsicht (ohne CTG) im Kreissaal.Trotz dessen verlief alles gut und es war eine „schöne“ Geburt. In diesem Sinne, rate ich jeder Schwangeren zur Geburtserleichternden Mittel wie Akupunktur, Bewegung, Himmbeerblättertee und Zimt. Sucht euch eine gute Begleitperson aus und versucht ein Krankenhaus zu wählen, welches nicht überfüllt ist. Dies könnt ihr an den jährlichen Geburtszahlen ermitteln. Zudem könnt ihr eure Hebamme, eure Ärztin um Rat fragen und im Bekanntenkreis mal horchen welche Erfahrungen im welchem Krankenhaus gemacht wurden.

Was habt ihr zu Berichten? Könnt Ihr Euch zum Beispiel eine Geburt ohne PDA vorstellen? Ich bin selbst fasziniert darüber, dass ich es wirklich geschafft habe:-)